Durchgeblättert – „Literaturhotels“ v. Barbara Schaefer

Friedrich Hebbel brachte es mit diesem Zitat auf den Punkt: „Eine Reise ist ein Trunk aus der Quelle des Lebens“.

Nur leider kann in den aktuellen komplexen Zeiten sich kaum jemand an diesem so essentiellen und lebenswichtigen Trunk laben. Glücklicherweise vermögen Bücher ein wenig hinwegtrösten und dem Leser eine andere Art des „Reisens“ erlauben.

Gut geeignet sind dazu Bildbände, die sich auch noch mit dem Reisen und insbesonderen mit dem literarischen Reisen beschäftigen. Barbara Schaefer, inzwischen als freie Autorin aktiv, hat Theaterwissenschaften und Germanistik in München und Italien studiert. Sie hat eine grosse Vorliebe für ungewöhnliche Hotels, im Besonderen Literaturhotels, denen sie ihr aktuell erschienenes Buch widmet. 

Charmant eingeführt über die Vorzüge in einem Hotel zu schreiben oder als Schriftsteller doch lieber das eigene Heim zu preferieren, begleitet uns Barbara Schaefer mit ihren sehr informativen und charmanten Texten durch eine Reise von 19 Hotels, in denen Literatur und Bücher entstanden sind, die aber auch Fluchtort und Heimat für viele bedeutende Schrifsteller wurden.

Die Reise beginnt in Deutschland, über Österreich in die Schweiz, dann nach Italien und Frankreich. Sie führt weiter nach England, Schottland und Polen. Lässt den Leser einen Abstecher in die Türkei machen, wirft gleich zwei Blicke nach Thailand und einen in die USA. 

Ein paar Hotels, wie das Adlon in Berlin und das Waldhaus Sils Maria in der Schweiz sind sicher bei vielen literarisch Interessierten bekannt. Doch wir entdecken viel Neues, wie das Bauhaus-Hotel Albergo Fondazione Monte Verità im schweizerischen Tessin, in dem Hermann Hesse einige Zeit verbrachte. Oder das Belmond Hotel Timeo in Südsizilien, auf dessen Terrasse D.H. Lawrence gelegentlich gesehen wurde. 

Wer noch nicht das berühmte Werk „Hotel Savoy“ von Joseph Roth gelesen hat, sollte unbedingt im gleichnamigen Hotel in der Altstadt von Lodz (Polen) Roth-Luft schnuppern. Am Ende dieser „Buch-Reise“ besuchen wir noch ein im ersten Moment eher unbekanntes Hotel – „The Algonquin“, das älteste Hotel von New York City. Berühmt wurde dieses Hotel durch seinen legendären Literaturzirkel, den „Algonquin Round Table“ und bei dem die Theaterkritikerin Dorothy Parker eine zentrale Rolle spielte.

„Literaturhotels“ ist ein wirklich schön gestaltetes Werk, einladend natürlich auch durch diverse wundervolle Bilder aus den Hotels und den dazugehörigen Landschaften und Städten. Ein Buch, das die Sehnsucht nach Ferne, nach Flucht, nach Ankommen und nach Genuss zu einem gewissen Punkt erfüllen kann. Doch am Ende hilft nur die wahre Reise selbst, wie Gogol treffend formulierte: „Wie schön ist eine lange, lange Reise! Wie oft habe ich danach wie nach einem Rettungsanker gegriffen! Und wie oft hat mich so eine Reise errettet!“

Geniessen wir fürs Erste diesen schönen Bildband und gleichzeitig hoffen wir, dass uns bald eine echte Reise zu diesen besonderen Literaturhotels im Sinne von Gogol „erretten“ kann!

Durchgelesen – „Miss Nightingale in Paris“ v. Cynthia Ozick

Auch wenn man glaubt, das Leben anderer Menschen, wie Familienmitglieder, Freunde und Kollegen, so einfach verändern zu können, umso schwieriger ist es – ja gerade zu fast schon unmöglich -, sein eigenes Leben und die dazugehörige Persönlichkeit zu ändern. Und genau von diesem Konflikt wird uns Cynthia Ozick in ihrem Roman „Miss Nightingale in Paris“ erzählen.

Cynthia Ozick, geboren 1928 in New York City, zählt zu den grossen amerikanischen Schriftstellerinnen der Gegenwart. Sie wuchs als Tochter eines jüdisch-litauischen Apothekerehepaars in der Bronx auf. Nach dem Besuch der jüdischen Schule, trat sie in das Hunter College in New York ein und absolvierte an der Ohio State University ihre Literaturstudien, die sie mit einer Arbeit über „Parable in the Later Novels of Henry James“ beendete. Somit ist es nicht allzu verwunderlich, dass nicht nur viele ihrer Essays, sondern auch einige Romane in enger Verbindung mit Henry James stehen. 1986 erhielt Cynthia Ozick als erste Preisträgerin eine Auszeichnung für Kurzgeschichten, den „Rea Award for the Short Story“. Und 2008 wurde sie mit dem „Nabokov Award“ des P.E.N. geehrt. Ihr Werk umfasst eine Fülle von Erzählungen, Essays und sechs Romane. Der erste Roman „Trust“ erschien 1966 und der sechste und somit im Moment der letzte wurde 2010 in USA unter dem Titel „Foreign Bodies“ veröffentlicht und wird nun ganz aktuell – dank der Übersetzung von Anna Leube und Dietrich Leube – dem deutschsprachigen Lesepublikum vorgestellt.

Die Geschichte spielt 1952 in Paris, New York und Kalifornien. Die Hauptdarstellerin ist Beatrice Nightingale – genannt Bea -, eine gerade frisch geschiedene Lehrerin aus New York. Bea versucht ihren Schülern Shakespeare näher zubringen und lebt seit ihrer Scheidung in einem kleinen Appartement, was durch den Flügel ihres Ex-Mannes mehr als dominiert wird und sie in vielerlei Hinsicht platzmässig sehr einschränkt. Im Sommer 1952 erhält sie einen Brief von ihrem reichen Bruder Marvin aus Kalifornien, der sie darin bittet, Julian – den Sohn von Marvin – aus Paris nach Kalifornien zurückzubringen. Julian ist seit drei Jahren in Paris, wollte eigentlich nur ein Jahr bleiben, ist aber bis jetzt nicht zu seinem Vater zurückgekehrt. Schlägt sich als Kellner in verschiedenen Pariser Cafés durch und versucht sich dem Schreiben von allerlei Artikeln daneben noch über Wasser zu halten.

Bea fährt tatsächlich nach Paris, sie sucht vor Ort nach Julian. Sie konnte ihn nicht finden. Angeblich hatte er eine Freundin und jetzt war er mit dieser irgendwie verschwunden. Bea informiert ihren Bruder darüber nach ihrer New York Rückkehr. Marvin ist entsetzt, appelliert an Beas Verantwortungsgefühl. Julian ist das schwarze Schaf in der Familie, laut seinem Vater einfach nur faul und hegt auch noch künstlerische Ambitionen. Denn in dieser Familie gab es auch noch Iris, die Schwester von Julian, und die Vorzeigetochter von Marvin. Sie studierte bereits fleissig und schien zumindest nach Aussen hin und vor allem für ihren Vater, dabei zufrieden und glücklich zu sein.

Nachdem nun der erste Rückholversuch durch Bea gescheitert war, wurde nun ein zweiter Anlauf unternommen mit der Unterstützung von Iris. Sie sollte ihre Tante aufsuchen, welche sie seit ihrem zweiten Lebensjahr nie mehr gesehen hatte, und Bea nochmals genauestens über Julian informieren, damit die erneute Aktion durch Bea in Paris dieses Mal zum Erfolg führen könnte. Iris fliegt kurzer Hand von Kalifornien nach New York, trifft Bea, bleibt so gar eine Nacht bei ihr, offiziell sogar eine Woche, und reist inoffiziell jedoch selbst nach Paris, um ihren Bruder aufzusuchen. Das hatte Iris bereits die ganze Zeit vorher schon geplant, so dass letztendlich Bea mal wieder als Mittel zum Zweck und vor allem als diejenige dasteht, um ihrem Bruder alles oder nichts zu erklären. Der einzige Vorteil war, dass Bea nicht nochmal nach Paris musste. Doch sie hatte sich zu früh gefreut. Denn nachdem Bea einen Brief aus Paris von Iris bekam und darin deutlich wurde, dass auch Iris nicht mehr zurückkehren möchte, vor allem nicht zu ihrem Vater, musste sie ein erneutes Mal die Reise nach Paris antreten:

Sie konnte diese Stadt nicht verstehen, sie war ein Rätsel, oder es war Paris, das alles erfasste, was durch seine Arterien lief, und sie war es, der Eindringling, der das Rätsel war.“

Durch die Hilfe von Iris konnte sie nun endlich in Paris Julian ausfindig machen. Überrascht trifft sie dabei nicht nur Iris, sondern auch die Freundin von Julian, die sich als seine Ehefrau herauskristallisiert und auch noch ein schweres Schicksal zu verkraften hat. Doch kann Bea wirklich ihren Neffen und ihre Nichte wieder dazu bewegen, nach Kalifornien und zu ihrem Vater zurückzukehren, dessen Frau und somit die Mutter von Iris und Julian, Marvin ebenfalls verlassen hat, in dem sie sich selbst in eine Klinik einweisen liess…?

„Miss Nightingale in Paris“ ist eine kuriose, absolut kurzweilige und gleichzeitig nicht ganz ungewöhnliche Geschichte. Jeder der Familienmitglieder flieht vor Marvin. Insofern trifft der amerikanische Titel „Foreign Bodies“ – frei übersetzt „Fremdkörper“ doch wesentlich mehr den eigentlich wunden Punkt in diesem Roman. Denn wer hier nun der bzw. die Fremdkörper sind erscheint im ersten Moment eigentlich klar: Julian und später auch Iris und irgendwie auch von Anfang an Bea. Doch der wahre Fremdkörper scheint hier doch eher Marvin zu sein, vor dem alle fliehen, der sein Leid auf andere überträgt und dabei noch den grossen Typen heraushängt, mit viel Geld winkt und somit hofft, dass alle das machen und das Leben so führen, wie er sich das vorstellt.

Dieser Roman hat aber noch ein weiteres Motiv versteckt. Es geht hier um den Vergleich zwischen „Neuer“ und „Alter Welt“. USA als die „neue“ und Europa – mit Paris als Stellvertreter – als „alte“ Welt. Ein klassischer Konflikt, der in den Fünfziger Jahren nicht zu unterschätzen war und in diesem Roman klar ausgesprochen wird:

„Es war Angst (Marvins Angst), die sie alle in einen einzigen schmutzigen Sack geworfen hatte – und Marvin, zu Hause in Kalifornien, zog die Schnur an dem Sack fester zu. Er hatte Angst vor Europa. Er hatte Angst vor Paris. Bea sah in ihm eine Art eingeschüchterten Naturmenschen – sein Paris war nicht mehr als die Platitüden der Postkarten, Eiffelturm, Arc de Triomphe; und darunter düstere, verseuchte, grausame Verliese, in denen sein Junge schmachtete.“

Doch die Hauptintension dieses so elegant und wundervoll erzählten Romans ist sicherlich die darin versteckte und gleichzeitig auch subtil und feinsinnig formulierte Hommage an Henry James (1843-1916), einem der wichtigsten amerikanischen Romanciers. Er hatte übrigens auch mehrere Jahre in Paris gelebt und in seinem Roman „Die Gesandten“ („The Ambassadors“ 1903) die Basis für die grandiose Variation von Cynthia Ozick gelegt. In Henry James Roman wird ein reicher amerikanischer älterer Mann von einer Dame – verwitwet -, die er zu heiraten beabsichtigt – nach Paris geschickt, um deren Sohn zurück zu holen. Cynthia Ozick hat dieses Motiv transparent in ihren Roman eingebettet und hinsichtlich der Hauptdarstellerin Beatrice Nightingale ohne Umschweife verarbeitet:

„Sie war eine Botin, eine Gesandte.“

Obwohl Cynthia Ozick in Amerika einen ausgezeichneten Ruf als perfekte Stilistin, charakterstarke Erzählerin und brillante Schriftstellerin hat, ist sie im deutschsprachigen Raum immer noch etwas unbekannt! Das sollten Sie, verehrter Leser, unbedingt ändern. Lesen Sie diesen stilvollen und äussert eindrucksvollen Roman und entdecken Sie eine grandiose Autorin, die uns hoffentlich noch mit weiteren Werken begeistern wird.

Durchgelesen – „84 Charing Cross Road“ v. Helene Hanff

Bücher sind wahrlich gute Freunde, aber auch durch Bücher können wunderbare Freundschaften entstehen. Und dass dies über Kontinente hinweg auch funktionieren kann, zeigt uns auf äusserst zauberhafte Weise Helene Hanff mit ihrem Briefwechsel „84 Charing Cross Road“, der zum ersten Mal 1970 in New York erschienen ist und nun aktuell in der grandiosen Übersetzung von Rainer Moritz wieder aufgelegt wurde.

Helene Hanff – geboren 1916 in Philadelphia und gestorben 1997 in New York – war eine amerikanische Schriftstellerin und Drehbuchautorin. Sie arbeitete nach ihrem abgebrochenen Englischstudium als Schreibkraft, Lektorin und Drehbuchautorin für Fernsehserien und Theater. Bekannt wurde sie hauptsächlich durch ihren Briefwechsel mit einem Buchantiquariat in London, den sie genauestens dokumentiert hatte. Daraus entstand dann der Bestseller „84 Charing Cross Road“, der sogar 1986 mit Anthony Hopkins in der Hauptrolle verfilmt wurde. In Deutschland wurde dieses Werk zum ersten Mal 2002 veröffentlicht.

„84 Charing Cross Road“ ist ein ganz besonderer Briefwechsel, ja vielleicht sogar eine Art kleiner biographischer „Briefroman“, der am 5. Oktober 1949 in New York beginnt. Helene Hanff ist nicht nur aus beruflichen, sondern auch aus privatem Interesse auf der Suche nach wichtiger Literatur, welche nach dem zweiten Weltkrieg nicht günstig und einfach zu finden war. Sie entdeckte in einer Zeitungsannonce per Zufall das Londoner Antiquariat Marks & Co. in der Charing Cross Road, Nummer 84. Das war im wahrsten Sinne ihre Rettung und somit schreibt sie an diese englische Buchhandlung, die besonders auf Bücher spezialisiert ist, welche bereits vergriffen bzw. nicht mehr lieferbar sind. Sie möchte lieber günstige, aber dafür schöne Buchausgaben erwerben, da sie sonst bei Barnes & Noble auf neuwertige „Schulausgaben“ zurückgreifen müsste. Diesem ersten Brief fügt sie eine Bücherliste bei und begrenzt ihr Budget auf 5 Dollar pro Buch.

Nach zwanzig Tagen erhält Helene ihre erste Antwort und zwei ihrer Buchanfragen konnten damit gleich erfolgreich ausgeführt werden, so dass Helene am 3. November 1949 ihre Freude über diese wunderbaren Bücher an Marks & Co. weitergeben konnte:

„Sehr geehrte Herren!
Die Bücher sind wohlbehalten angekommen; die Stevenson-Ausgabe ist so schön, dass sie mein Bücherregal aus Orangenkisten beschämt. Ich fürchte mich fast davor, solche schweren cremefarbenen Velinseiten anzufassen. Da ich an das kalte weisse Papier und an die steifen Pappumschläge amerikanischer gewöhnt bin, wusste ich gar nicht, was es für eine Freude sein kann, ein Buch zu berühren. …“

Ja und so nimmt der anfangs doch erst noch eher sehr geschäftliche Briefwechsel seinen Lauf. Helene legt bei jedem Brief und einer neuen Bestellung das Geld bar anbei. Doch Helene lässt auch dem Antiquariat ihren Unmut spüren, wenn sie ein Buch erhält, das nun nicht im Geringsten ihren Anforderungen entspricht.

Helene Hanffs Freunde und Nachbarn erzählen ihr von der Rationierung der Lebensmittel in England, was sie kurzer Hand dazu veranlasst über eine britische Firma in Dänemark ein kulinarisches Weihnachtspaket an Marks & Co. zu senden. Bis dahin war der Unterzeichner aller Briefe aus dem Antiquariat ein „FPD“, obwohl die Buchhandlung zwei Eigentümer hatte, ein Herr Marks und ein Herr Cohen. Ja und dieses zwei Herren sind doch so grosszügig, dass das wunderbare Geschenk von Helene unter den Mitarbeitern aufgeteilt werden konnte, was auch Frank Doel, alias FPD, im Namen der Belegschaft Helene brieflich mitteilte.

Ja und so entwickelt sich ganz langsam aus der zu Beginn doch sehr geschäftlichen Beziehung eine wahre Brieffreundschaft, nicht nur zwischen Frank Doel, sondern auch mit einigen anderen Kollegen aus dem Antiquariat, die alle mehr als begeistert sind von Helene Hanffs Grosszügigkeit, die sich durch regelmässige Geschenkpakete sei es zu Ostern, Weihnachten oder auch zwischendurch erkennen lässt. Unabhängig davon erfahren wir in den Briefen neben den Ereignissen aus der Familie Doel, ein wenig über die Thronbesteigung von Elisabeth II. und über die Zeit der 50ziger und 60ziger Jahre in England. In all diesen Briefen, gibt es immer wieder ein wichtiges Thema und das ist der Besuch von Helene Hanff in London bei Marks & Co., den alle Kollegen so sehr herbeisehnten. Doch leider kommen ständig irgendwelche Probleme dazwischen, sei es beruflicher, finanzieller oder gesundheitlicher Natur. Somit kann sich Helene nur über Freunde, die diesen Laden im September 1951 besucht haben, berichten lassen:

„Das ist der reizendste alte Laden, gerade so, als wäre er einem Dickens entsprungen. Du würdest darüber völlig aus dem Häuschen geraten. …; man riecht den Laden, bevor man ihn sieht. Es ist ein herrlicher Geruch, den ich nicht einfach in Worte fassen kann, doch er verbindet den Geruch von Most, Staub und Alter mit dem von Holzregalen und Parkett.“

Die Brieffreundschaft wird noch lange fortgesetzt nicht nur mit Worten, sondern inzwischen auch mit Dankesgaben der Belegschaft von Marks & Co. an Helene, bis zum plötzlichen Ende aufgrund des vollkommen überraschenden Tods von Frank Doel 1969.

„84 Charing Cross Road“ ist mehr als eine Hymne auf die Literatur und Freundschaft. Es ist ein sehr persönlicher und origineller Austausch zwischen einer sehr skurril sympathischen Amerikanerin und einem äusserst kundenorientierten Londoner Antiquariat über gute Bücher, über den Wert von Büchern und über die Freude und Lust am Lesen. Helene Hanff schwärmt von schönen Bindungen, feinem Papier, lässt sich nicht mit einfachen Ausgaben abspeisen, sondern ist immer auf der Suche nach dem Besonderen. Und genau dabei hilft ihnen diese geniale Belegschaft des Antiquariats Marks & Co., allen voran Frank Doel. Man spürt, dass Frank Doel eben nicht nur ein klassischer Buchhändler ist, nein er ist mehr als das: er ist gebildet, belesen, engagiert und von einer bemerkenswert englischen Höflichkeit, die mehr als angenehm und faszinierend ist. Aber auch Helene Hanff mit ihrer manchmal etwas ruppigen Art, aber trotzdem das Herz am richtigen Fleck, ist eine grossartige Frau, für die Bücher und Lesen nicht nur die Grundlagen ihres Berufes, sondern auch ihres Lebens sind. Dieser wunder-bare Briefwechsel sprüht nur so vor Literaturfreude, Herzenswärme und höchster Wertschätzung, die trotz dieser grossen räumlichen Entfernung so nah und greifbar ist.

Verehrter Leser, versäumen Sie keinesfalls dieses literarische Juwel und erfahren Sie auf humorvolle und charmant melancholische Weise nicht nur die Liebe zu Büchern und die unendliche Lust am Lesen, sondern „schmökern“ Sie quasi gemeinsam mit Helene Hanff in diesem ganz besonders heimeligen Antiquariat in London. Und vielleicht entdecken Sie dadurch nicht nur neue Literatur, sondern erfahren dabei auch den unverwechselbaren Charme und die zeitlos anhaltend wichtige Bedeutung Ihres ganz persönlichen Buchhändlers vor Ort!