Durchgelesen – „Susanna im Bade“ v. Wolfgang Herles

Karl Valentin hätte mit seinem sehr treffenden Zitat: „Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit“ keinen besseren Slogan für die Kunstszene finden können. Denn jeder, der nur im Entferntesten mit Kunst zu tun hat, sei es als bildender Künstler, oder auch als Kunstsammler und Galerist, weiss doch zu genau, wie viel „Arbeit“ sich nicht nur so hinter der Kunst verstecken mag, sondern auch wie viel „Arbeit“  oder sollte man eher sagen wie viele Probleme durch und mit der Kunst entstehen können. Und genau da setzt Wolfgang Herles mit seinem eindrucksvoll satirischen und äusserst rasanten Roman „Susanna im Bade“ an.

Wolfgang Herles, geboren 1950 in Tittling (Bayern), wuchs in einem katholischen Elternhaus auf. Nach seinem Abitur 1971 besuchte er für zwei Jahre die Deutsche Journalistenschule in München. Ab 1975 bis 1980 arbeitete Wolfgang Herles, während er an der Universität in München Germanistik, Geschichtswissenschaft und Psychologie studierte, freiberuflich als Hörfunkjournalist beim Bayerischen Rundfunk und als Korrespondent in Bonn. Ab 1980 war er als Redakteur für Report München, Tagesschau und Tagesthemen tätig und wechselte 1984 als stellvertretender Hauptredaktionsleiter Innenpolitik zum ZDF. Von 1987 bis 1991 leitete Wolfgang Herles das ZDF-Studio in Bonn. Ab 1996 moderierte er die ZDF-Sendung „live“ und von 2000 an war er über zehn Jahre lang Redaktionsleiter und Moderator des ZDF-Kulturmagazins „aspekte“. Seit 2011 ist Wolfgang Herles der Macher und Moderator der Büchersendung „Das blaue Sofa“. Neben zahlreichen Sachbüchern, die Wolfgang Herles geschrieben hat, ist nun aktuell sein neuer Roman „Susanna im Bade“ erschienen.

Hauptdarsteller dieses Romans ist der Kunstsammler Hans Achberg. Er studierte Medizin, obwohl er kein Arzt werden wollte, landete somit bei verschiedenen Pharmafirmen in Karlsruhe und Basel und gründete letztendlich sein eigenes Pharmaunternehmen – EuroPharmaAchberg. Inzwischen zweimal geschieden, hatte er trotzdem Glück und konnte durch den Erwerb von Rechten an einem Wirkstoff gegen Hautalterung viel Geld verdienen. Es war quasi ein Geschäft mit der Schönheit, wodurch Achberg in Kunst investieren konnte. Er versucht nach wie vor, seine Sammlung mit neuen Ankäufen zu erweitern, obwohl die Finanzkrise sein Vermögen drastisch verschmälerte. Hans Achberg ist und bleibt ein Sammler, ein wahrlich besessener Sammler, der sich auf eine ganz besondere Form der Kunst spezialisiert hat, nämlich auf Frauenbildnisse. Und dabei vergisst er auch als Mann, nie die Schönheit aller Frauen – nicht nur die in der Kunst – zu übersehen.

Der Roman beginnt auf der Biennale in Venedig, an der Achberg Klara Salzheber, Managerin einer Hotelkette (ArtHotels KG) trifft, aber durch ein Kunstwerk von Jeff Wall zu stark irritiert wird, jedoch nicht nur dadurch. Spätestens als er Susan Palmer eine Würzburger Kunstagentin kennenlernt, ist es um ihn geschehen. Die „Schönste“ so wie er sie anfänglich nennt, raubt ihm den Verstand:

„So schön ist Susan, dass es schmerzt, als er geht.“

Susan und Hans treffen sich bald wieder, auf der Art Basel. Klara ist auch dort, kauft gleich zu Beginn ein Kunstobjekt, erweitert ihr Netzwerk und fängt an mit Hans ihre Spielchen zu treiben. Hans ist immer noch in Gedanken an die „Lady in Black“ von Jeff Wall vollkommen versunken und hofft mit diesem Werk sein ganz grosses Sammlerglück zu finden, so wie er glaubt durch die Schönheit der Frauen, auch sein ganz persönlich männliches Glück endlich zu befriedigen. Aber Hans Achberg braucht nicht das brave Glück, er braucht wie bei Kunstwerken den Reiz, das Knistern, und das Geheimnisvolle:

„Das Schönste an der Kunst ist, dass sie das Unverstehbare verständlich macht, ohne es zu erklären. Wäre es nicht banal, würde Achberg sagen: Es ist wie mit den Frauen und der Liebe.“

Ja und so treibt Hans Achberg die Sucht nach Schönheit und Kunst immer tiefer in die emotionale und finanzielle Dunkelheit. Achberg wird plötzlich von einer ihm bis dahin unbekannten Frau wegen angeblichem Schwarzgeld in Liechtenstein erpresst. Und dann sterben auch noch zwei seiner besten Freunde. Mord oder Selbstmord – auch das bleibt ungeklärt. Hans Achberg wird zwar einerseits nervös, doch durch seine fast schon krankhafte Faszination für die Schönheit der Frauen fühlt er sich mehr und mehr verloren, auch wenn Klara immer wieder versucht, ihm die Augen zu öffnen:

„Schöne Frauen sind nicht zum Vögeln da. Sie taugen nur dazu, Gemälde und Skulpturen zu inspirieren. Klaras Satz. Vermutlich hat sie ihn sich nicht selbst ausgedacht. Er tippt auf einen alten Franzosen, Flaubert vielleicht.“

Hans Achberg bleibt nach wie vor von Susans Schönheit geblendet, obwohl inzwischen die Verstrickungen mit Susan und den zwei toten Freunden und eine noch nicht ganz klar erkennbare Verbindung mit Klara seine Panik vergrössern. Langsam stellt sich für ihn die Frage, ob die Kunst ihn nun endgültig zu Grunde richten wird oder ob irgendwo doch noch Rettung in Sicht sein könnte…?

Wolfgang Herles hat ein brillantes Buch über die Kunstszene geschrieben, das nicht nur aufklärerische, sondern auch wahnsinnig spannende und durch den spöttischen Unterton viele unterhaltsame Aspekte bietet. Der Leser reist von einer Ausstellung und Kunstmesse zur nächsten, von Venedig über Basel nach London und Miami. Der Kunstbetrieb wird durch die grandiose Figur des Hans Achberg genial und skrupellos „seziert“ und liefert dadurch im ersten Moment ganz unbekannte Einblicke in eine für den Kunstlaien besondere Welt. Doch trotz satirischer Überzeichnung entlockt einem die intensive Lektüre eher ein subtiles Gefühl, als würde doch so einiges mehr der Realität entsprechen, als man es zu glauben vermag. Wolfgang Herles Roman ist ein Thriller der besonderen Art. Er vermischt gekonnt Themen wie Kunst und Steuerhinterziehung, bettet sie ein in Messen-Smalltalk und Galeristen- und Kunstsammler-Geschwätz und versucht uns mehr als deutlich zu erklären, dass Moral und Kunst nichts miteinander zu tun haben dürfen bzw. sollten, wie auch schon der Hauptprotagonist dieses Romans bestätigt:

„In der Kunst geht es nicht um Moral, sagt Hans.
Habt ihr das gehört! In der Kunst geht es nicht um Moral! Dann ist es keine Kunst. Oder Kunst, die nichts wert ist.“

„Susanna im Bade“ ist deshalb noch viel mehr als nur ein satirisch unterlegter literarischer Kunst-Thriller. Dieser Roman ist auch ein richtig geniales Kunstbuch, denn jedes einzelne Kapitel ist mit einem konkreten Kunstwerk beispielsweise von Jeff Wall, Fernando Botero, Alex Katz, Lucian Freud oder Alberto Giacometti betitelt. Und genau dieses jeweilige Kunstwerk hat neben dem Hauptprotagonisten eine äusserst tragende Rolle und verbindet dadurch die als erhaben erscheinende Kunstebene mit dem doch eher sehr irdischen und unaufgeregten Leben. Auch der sicher ganz bewusst gewählte Buchtitel „Susanna im Bade“ – eine biblische Gestalt und wichtige Figur im Hinblick auf die Legitimierung von Aktabbildungen -, hat somit in der bildenden Kunst bis heute eine sehr wichtige Bedeutung. Wolfgang Herles schafft es also spielerisch und sehr raffiniert mit diesem Roman nicht nur Einblicke in die internationale Kunstwelt zu gewähren, sondern informiert auch noch auf so nuanciert detaillierte Weise über die Kunst der Moderne. Somit ist es keinesfalls verwunderlich, dass man bereits während oder spätestens nach der Lektüre jedes der hier „mitspielenden“ Kunstwerke unbedingt noch intensiver und vor allem mit den eigenen Augen in einer Galerie oder einem Museum entdecken möchte.

Verehrter Leser, treten Sie ein in die Kunstwelt, treiben Sie Smalltalk, erweitern Sie Ihren Horizont und selbstverständlich Ihr „Netzwerk“, „kaufen“ Sie Bilder, Skulpturen oder Installationen. Vergessen Sie auf keinen Fall Ihre „Konten“ in Liechtenstein oder in der Schweiz. Ja und geniessen Sie vor allem und ganz besonders – auch, aber nicht nur in der Kunst – die wahre Schönheit!

Durchgelesen – „Die Rückkehr der Jungfrau Maria“ v. Bjarni Bjarnason

Glauben Sie an Wunder ? Wie auch immer Sie diese Frage beantworten werden, ob mit ja oder nein, Sie sollten sich keinesfalls diesen unglaublich schrägen und ja wahrlich wundersamen Roman von Bjarni Bjarnason entgehen lassen. Denn was könnte es Spannenderes und Verrückteres geben, als « Die Rückkehr der Jungfrau Maria » mitzuerleben!

Bjarni Bjarnason wurde am 9. November 1965 in Reykjavik (Island) geboren. Sein erstes Buch – ein Lyrikband – erschien 1989. Inzwischen hat B. Bjarnason bereits mehr als 12 Bücher veröffentlicht. Sein Werk wurde mit dem Tomas-Guomundsson-Literaturpreis und dem Halldor-Laxness-Preis ausgezeichnet. Zum ersten Mal dürfen wir nun – dank der grandiosen Übersetzung von Tina Flecken – eines seiner Werke auf Deutsch entdecken: « Die Rückkehr der Jungfrau Maria ». Der Roman erschien bereits 1996 auf Isländisch und wurde im gleichen Jahr für den Isländischen Literaturpreis nominiert.

Die ungewöhnliche Geschichte wird aus der Sicht von Michael von Blomsterfeld in der Ich-Form erzählt. Michael Blomsterfeld ist der Enkel des berühmten und angesehenen Theologen Johannes von Blomsterfeld. Leider musste dieser aufgrund seiner mehr als prophetischen Schriften und Lehren, sein Amt an der Universität niederlegen. Somit war für Michael – obwohl er durch den Einfluss seines Grossvaters – immer auch ein Wissenschaftler werden wollte, klar, dass er nicht die gleiche Laufbahn wie sein Grossvater einschlagen würde. Er entdeckte durch seine Privatlehrer und ganz besonders durch Samuel Wallenda das Reiten und das Turnen. Doch noch mehr gefielen ihm die Tricks und Techniken, die er von ihm lernte. Samuel Wallenda hatte nämlich in einem Zirkus gearbeit und das faszinierte Michael auf besondere Weise und er entwickelte eine wahre Zirkusleidenschaft. Somit ist es nicht im Geringsten verwunderlich, dass er – als er 17 Jahre alt war und sein Grossvater starb – in den Zirkus ging, der Samuel gehörte.

Nach sieben Jahren kehrt Michael wieder zurück in das Haus seines Grossvaters und entdeckt beim Stöbern in einer Geheimschublade ein kleines handgeschriebens Buch mit dem Titel :

« Die Rückkehr der Jungfrau Maria
Niedergeschrieben nach Traumvisionen
von Johannes von Blomsterfeld »

Und dann lernen wir Maria kennen. Sie stellt mit Entsetzen fest, dass sie ab dem Zeitpunkt, als sie in die Pubertät kam, kein Spiegelbild mehr hatte:

« Das ist ja seltsam, ich habe mich bisher im Spiegel gesehen. Sie probierte es mit einem anderen Spiegel, aber ohne Erfolg. Sie schaute auf ihre Hände, an ihrem Körper herunter – alles von ihr war da, genauso sichtbar wie immer. Was war geschehen ?
Vielleicht bin ich in dem Moment gestorben, als ich in die Pubertät kam, und jetzt bin ich ein Geist.
Sie begann, nach ihrer eigenen Leiche zu suchen, aber die war nirgends. Und ihr Spiegelbild erschien nicht, wie sehr sie auch versuchte, den Spiegel zu überlisten.
Ich muss für alle unsichtbar geworden sein, ausser für mich selbt. »

Sie war vollkommen verwirrt und versuchte bei ihrem Vater eine Erklärung zu finden. Dieser beruhigte sie dahingehend, dass sie einfach viel zu schön sei, um ein Spiegelbild haben zu können. Maria hatte trotzdem Angst, vor allem wenn andere Leute davon erfahren. Es sollte ein Geheimnis zwischen ihrem Vater und ihr bleiben. Doch leider kam es ganz anders :

Maria war eine hervorragende Theologiestudentin, schrieb bereits mit 21 Jahren ihre Doktor-arbeit. Bei den letzten Korrekturen verspürt sie plötzlich einen eigenartigen Schwindel, sie versucht sich mit kalten Wasser wieder aufzupeppen, doch dann stellt sie mit Erstaunen fest, dass alle von ihr beschriebenen Seiten leer waren. Nichts war mehr da, weder Notizbücher, Tagebücher, alles Geschriebene war verschwunden, in Luft aufgelöst. Sie wendet sich an ihren Lehrer und erklärt ihm die Situation. Maria hat Angst vor dem bevorstehenden Rigorosum, das sie am Liebsten absagen würde, doch es findet ein paar Tage später statt. Es hatte sich herumgesprochen, dass die Dissertation weg war, doch die Professoren prüften sie und alles verlief bestens, bis der Bischof Jean Sebastian sich einmischte. Für ihn war es unerklärlich, dass Maria eine berühmte Studentin war trotz der verschwundenen Einschreibungsunterlagen für die Universität und es über ihre Arbeiten keinen einzigen schriftlichen Nachweis mehr gab. Er forderte um Aufklärung und er sprach von einem « Wunder » ! Und konfrontierte Maria mit dem Buch « Die Rückkehr der Jungfrau Maria von Professor von Blomsterfeld ». Der Bischof provozierte Maria, die den Inhalt des Buches zu kennen glaubte, ohne es jemals gelesen zu haben. Maria versuchte sich zu verteidigen, betrat das Rednerpult und erzählte eine ganz besondere Geschichte. Doch auch diese konnte die Zuhörerschaft nicht beruhigen und es kam zum Eklat, so dass Maria als Betrügerin « verurteilt » wurde.

Michael von Blomsterfeld verbrachte zwei Monate im Haus seines Grossvaters und stellte den « Zirkusschrank » fertig. Ein ganz besonderes « Möbelstück », das einen kompletten Zirkus darstellte, mit Puppen, die sogar in der Luft Salti schlagen konnten. Er baute dazu noch einen Wagen, damit er mit diesem Zirkusschrank auf Marktplätz fahren konnte und die Zuschauer damit begeistern und beglücken würde. Er hoffte so sehr, mit seinem « Zirkus der Göttlichen Ordnung » ein Patent anmelden zu können und viel Geld damit zu verdienen, um vor allem den Zirkus von seinem Freund Wallenda retten zu können. Michael war gerade mit seinem Zirkuswagen per Zug unterwegs und entdeckt beim Aussteigen auf dem Bahnhof einen grossen Menschenauflauf, der durch eine junge Frau ausgelöst wurde, die – obwohl sie eigentlich Kleider getragen hatte – ihre Nacktheit zu verbergen versuchte:

« Obwohl viele versuchten, die Aufmerksamkeit der Frau zu erlangen, schaute sie mich weiter lächelnd an, bis ich das Gefühl hatte, etwas unternehmen zu müssen. Mein Blick fiel auf meinen Koffer, der mit meinem halb heraushängenden Zauberumhang offen auf dem Bahnsteig lag. Ohne lange nachzudenken, packte ich den Umhang und drängte mich durch die Menschenmenge. »

Und so rettete Michael diese wunderschöne Frau und bot ihr ganz beiläufig noch eine Stelle als Assistentin für seinen « Zwei-Personen-Freiluftzirkus » an. Er stellte sich als Michael von Blomsterfeld vor und sie tat das gleiche mit « Maria » ! Und dann war es geschehen. Michael trifft auf die Maria aus dem Buch seines Grossvaters und das eigentliche von Wundern nur so durchzogene gemeinsame Abenteuer beginnt…

In diesem Roman wird nicht nur Michael, sondern auch der Leser mit einer sagenumwobenen mehr als wundervollen Schönheit konfrontiert, dass man sich die göttliche Jungfrau Maria niemals mehr anders vorstellen und erträumen möchte. Hier ist Maria eine nur von Anmut und Grazie bezaubernde Frau, kein Mütterlein mit Christuskind im Arm. Nein, hier spielen Reize, Eros und Sex eine grosse Rolle.

Bjarni Bjarnason präsentiert uns in seinem mehr als genialen und wahnsinnig skurrilen Roman eine Maria, die auch noch zur selbstbewussten Frau wird, sich nicht unterkriegen lässt, trotz ihrer « Unsichtbarkeit ». Sie kämpft sich in ein wahres Leben hinein, schliesst sich dem idealistischen, aber durchwegs auch zielstrebigen Zirkusliebhaber und Künstler Michael an, lernt sich zu wehren und spürt erstmals wahre Liebe, die jedoch zu grossen unerwarteten Turbulenzen und Gefahren führt.

Mit seiner äusserst poetischen und gleichzeitig auch sehr bildhaften Sprache liefert uns Bjarni Bjarnason nicht nur ein kurioses und gleichzeitig äusserst menschliches Werk über Religion, Wunder und Glauben, sondern fördert und fordert auf atemberaubende Weise auch die Phantasie des Lesers. « Die Rückkehr der Jungfrau Maria » ist ein von Einfallsreichtum, Sprachkunst und subtiler Exzentrik kaum zu überbietendes Werk. Es ist ein wahres, ja besonders kluges « Roman-Wunder », was man unbedingt lesenderweise « erleben » sollte!

Theodor Storm – Gedicht

Das ist der Herbst

Das ist der Herbst; die Blätter fliegen,
Durch nackte Zweige fährt der Wind;
Es schwankt das Schiff, die Segel schwellen –
Leb wohl, du reizend Schifferkind! —
Sie schaute mit den klaren Augen
Vom Bord des Schiffes unverwandt,
Und Grüße einer fremden Sprache
Schickte sie wieder und wieder ans Land.
Am Ufer standen wir und hielten
Den Segler mit den Augen fest –
Das ist der Herbst! wo alles Leben
Und alle Schönheit uns verlässt.