Max Kruse – Gedicht

Hundewelt

Die ganze Welt
riecht lasterhaft
nach Hunden
Katzen
Schnecken
nach Käse
Wurst und Leidenschaft
an Sträuchern
Steinen
Ecken

Die ganze Welt
ist ein Roman
der
aufgewühlten
Seelen
Ich
hebe auch
das Hinterbein
um meinen
zu erzählen

Die ganze Welt
ist ein Gericht
der schnupperndsten
Ekstase
An jedem Baum
steht ein
Gedicht
das les‘ ich
mit
der Nase

Durchgeblättert – „Schriftsteller und ihre Hunde“

Das ist ein ganz besonders schönes Bilderbuch für Literaten und für Hundeliebhaber. Jürgen Christen, Journalist und Hundebesitzer, stellt in diesem Buch die „Musen auf vier Pfoten“ vieler sehr bekannter Schriftsteller und Schriftstellerinnen vor. Es gibt oft eine sehr enge Bziehung zwischen Hund und  Autor, von dieser scheint’s beide unheimlich profitieren. Vorallem die wortlose Kommunikation zwischen den „vierpfotigen Musen“ und den Poeten ist von ausserordenlicher Bedeutung.

Ernst Jandl hat seinen Mops in dem Gedicht „ottos mops“ verewigt. Günter Grass seinem Hund Kara den Nobelpreis erklärt und sein dritter Band der Danziger Trilogie „Hundejahre“ (1963) gehört zu seinen wichtigsten Werken. Thomas Mann wurde von seinem Schäferhundmischling Bauschan für die Erzählung „Herr und Hund“ inspiriert. Truman Capote konnte nicht ohne seiner Bulldogge leben. Juli Zeh hat ihren Hund Otello zum Autor gemacht mit dem Buch „Kleines Konversationslexikon für Haushunde“. John Steinbeck tourte mehrere Monate lang mit seinem Königspudel Charley durch die USA ….

Es bereitet ein grosses Vergnügen Hunde und ihre literarischen Herrchen kennenzulernen und in ein Stück ihrer privaten Welt einzutauchen.