Gedicht

Theodor Fontane – Gedicht

Nur nicht loben Schreibt wer in Deutschland historische Stücke, So steht er auf der Schiller-Brücke. Macht er den Helden zugleich zum Damöte, So heißt es: Egmont, siehe Goethe. Schildert er Juden, ernst oder witzig, Ist es Schmock oder Veitel Itzig. Schildert er einige hübsche Damen, Heißt es: Dumas … Ehebruchsdramen. Jeder Einfall, statt ihn zu loben, Wird […]

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Max Kruse – Gedicht

Hundewelt Die ganze Welt riecht lasterhaft nach Hunden Katzen Schnecken nach Käse Wurst und Leidenschaft an Sträuchern Steinen Ecken Die ganze Welt ist ein Roman der aufgewühlten Seelen Ich hebe auch das Hinterbein um meinen zu erzählen Die ganze Welt ist ein Gericht der schnupperndsten Ekstase An jedem Baum steht ein Gedicht das les‘ ich […]

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Peter Rühmkorf – Gedicht

Drei Variationen über das Zeitgedicht Das Zeitgedicht, das Zeitgedicht, ist schon ein Tutmirleidgedicht, mit Kunst geschliffen und gefeilt, entgeht ihm, wie die Zeit enteilt, ojeh! Das Zeitgedicht, das Zeitgedicht, so schnell wie Zeitung kann es nicht, weil wo es sich mit Sinn verfaßt, ist prompt der Drucktermin verpaßt, oweh! Das Zeitgedicht, das Zeitgedicht, hat nur […]

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Karl Henckell – Gedicht

Seinestimmung in Paris Es schwanken im Flusse die roten Lichter von kreuzenden Booten, Die zitternde Spiralen In tiefschwarze Wasser malen, Mit glimmenden Spuren die Ufer verbinden, Von Brücke zu Brücke hinhuschen und schwinden. Durch hundert Brücken und Bogen Geheimnisschauernd geflogen, Wo die Laute rauschend verschwimmen Und von wirrphantastischen Stimmen Hohldunkle Wölbungen wiederhallen Wie von Opfern, […]

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