Durchgelesen – „Doktor Glas“ v. Hjalmar Söderberg

Kann ein Mord jemals gerechtfertigt sein? Vor allem dann, wenn es um sexuelle Freiheit und Moral, oder sollte man eher sagen um Doppelmoral geht. Falls Sie, verehrter Leser, jetzt Neugierig werden sollten, dann hat dies ihre absolute Berechtigung. Denn der vorliegende Roman ist ein ganz besonderes Buch, ein „Kriminalroman“ der Extraklasse, der ganz ohne Kommissar auskommt und die Planung des potentiellen Mordes bereits auf den ersten Seiten subtil erkennbar wird.

Hjalmar Söderberg, geboren 1869 in Stockholm, stammt aus einem eher bürgerlichen Elternhaus. Sein Vater war Beamter und die Mutter Musiklehrerin. Eigentlich wollte Söderberg an die Oper gehen und sich ganz der Musik widmen. Doch nach seinem Schulabschluss arbeitete Söderberg im Zollamt; nach kurzer Zeit studierte er jedoch für ein paar Monate Politik und Latein und wurde letztendlich freier Kritiker und Journalist. Söderberg verfasste vier Romane, fünf Novellensammlungen und drei Theaterstücke. Er war – aufgrund seiner Gesellschaftskritik und seiner Moralvorstellungen – zur damaligen Zeit ein echter „Kultautor“. Und auch heute gehört er noch zu den beliebtesten und meist gelesenen schwedischen Schriftstellern der Jahrhundertwende. Nun dürfen wir seinen wichtigsten Roman „Doktor Glas“ dank der Übersetzung von Verena Reichel entdecken, der bereits erstmals 1905 erschienen war.

Der Roman, der als eine Art Tagebuch geführt wird, spielt in Stockholm des Fin de Siècle und beginnt mit dem ersten Eintrag im schwül heissen Juni und endet ungefähr vier Monate später mit dem letzten Eintrag Anfang Oktober. Der Hauptprotagonist ist „Tyko Gabriel Glas – Doktor der Medizin“, der nicht mehr so genau weiss, warum er diesen Beruf eigentlich gewählt hat:

„Was für ein Beruf! Wie kommt es, dass ich unter allen Erwerbszweigen den gewählt habe, für den ich mich am wenigsten eigne? Ein Arzt muss eins von beiden sein: entweder ein Menschenfreund oder ehrgeizig. – Allerdings habe ich mich früher wohl für beides gehalten.“

All das Menschliche, das ihm in seiner Praxis so Tag ein und aus begegnet, ekelt ihn irgendwie immer mehr an. Auch mit den Frauen klappt es gar nicht, er hat sich selbst in jungen Jahren bereits mehr auf seine Ausbildung konzentriert und in „Selbstbeherrschung geübt“. Natürlich hatte er auch Träume in Punkto Liebe und er erinnert sich doch immer wieder ganz bewusst an seine erste Annäherung an ein Mädchen, das bereits über 10 Jahren zurückliegt. Auch wenn sein Arztberuf ihn regelmässig mit vielen Frauen und ihren Krankheiten und Problemen – wie Schwangerschaftsabbrüche – konfrontierte, war er bis jetzt immer noch allein geblieben. Doch es dauerte gar nicht lange und er verliebte sich in die Frau des Pastors – Helga Gregorius -, als sie ihn wegen eines sehr persönlichen Anliegen in seiner Praxis aufsuchte.

Helga Gregorius war jung, attraktiv, voller Feinsinnigkeit und litt extrem unter dem sexuellen Trieb ihres Mannes. Sie ekelte sich vor ihm und er liess nicht von ihr ab, auch wenn sie sich ihm verweigerte. Sie versuchte sich zurückzuziehen, doch es steigerte sich dahingehend, dass der Pastor sie mit Gewalt nahm. Sie sah nur noch einen einzigen Ausweg und bat deshalb Doktor Glas um Hilfe, da ihr Mann doch bei ihm wegen seiner Herzprobleme in Behandlung sei. Doktor Glas war verwirrt, denn wie konnte er dieser Frau helfen. Er spürte, dass er sie irgendwie von diesem „Ehemann“ befreien musste.

Mit allen Mitteln, wie die Vortäuschung einer Krankheit bei Helga Gregorius, die absolute Enthaltsamkeit forderte, versuchte Doktor Glas den Pastor von seiner Frau sexuell zu „entfernen“.  Sogar ein dringend notwendiger Kuraufenthalt des Pastors wegen seines schwachen Herzens, wurde organisiert, um diese Frau vor ihren Ehepflichten zu retten, noch dazu wo sie selbst so glücklich war mit ihrem Geliebten. Doch es gelingt nicht. Nach der Kur kommt der Pastor erholter denn je zurück und kann es kaum mehr erwarten endlich seine Ehe zu „pflegen“. Für Doktor Glas gibt es jetzt nur noch einen einzigen Ausweg diese Frau einerseits zu beschützen und andererseits ihr neues Glück zu ermöglichen: der Pastor sollte sterben…

„Doktor Glas“ ist ein atemberaubend spannender Roman, der durch die faszinierend elegante Sprache zu einem sehr beeindruckenden Oeuvre wird, das die Bezeichnung „Kultroman“ mehr als verdient hat. Söderberg will hier durch diese prägnant distanzierte, aber auch gleichzeitig messerscharfe Beobachtungsgabe seinem Hauptdarsteller Macht verleihen, um Moral gegen Moral wieder aufheben zu lassen. Doktor Glas möchte diese junge Frau vom sexuellen Druck und den bigotten „Ehepflichten“ ihres Mannes – dem Pastor  –  befreien, so dass sie wiederum als Geliebte für einen anderen Mann bereit sein konnte. Doch warum erlöst nicht der Liebhaber diese – seine – Frau aus den Fängen ihres Ehemannes, sondern Doktor Glas? Vielleicht geht es auch da überhaupt gar nicht um Liebe, sondern nur um Sex?

„Doktor Glas“ ist ein grandioses Buch. Es spielt in einer prächtigen Stadtkulisse und fängt auf zielsichere Weise, aber trotzdem mit einer ungekünstelten Leichtigkeit die Stimmungen und Gedanken der einzelnen Personen und natürlich die des Hauptprotagonisten wunderbar ein. Hjalmar Söderberg versuchte mit diesem Roman nicht nur ein, sondern gleich mehrere Tabus zu brechen. Und dies alles wird so raffiniert und galant verkörpert durch einen träumenden Flaneur, der durch das sommerliche Stockholm wandelt, mit dem unglaublichen Vorhaben sich von seinem innerlich lodernden Feuer zu befreien und dabei nicht nur die Frau, in die er eigentlich verliebt ist, sondern vor allem sich selbst, zu retten versucht. Ob ihm dies gelingt, verehrter Leser, das sollten Sie unbedingt selbst herausfinden…

Durchgelesen – „Das Rote Zimmer“ v. August Strindberg

Für Franz Kafka war er « der ungeheure Strindberg ». Für den Literaturliebhaber war bzw. ist August Strindberg nicht nur der bekannteste schwedische Schriftsteller, sondern auch ein grandioser Dramatiker und vor allem ein konsequenter Satiriker.

August Strindberg wurde am 22. Januar 1849 in Stockholm geboren und starb auch in dieser Stadt am 14. Mai 1912, also genau vor 100 Jahren ! Dieses « Jubiläum » könnte bzw. sollte ein idealer Anlass sein, einen der wichtigsten schwedischen Schriftsteller neu bzw. wieder zu entdecken.

August Strindberg wuchs mit seinen sieben Geschwistern in einer mittelständischen Familie auf. Sein Vater war Dampfschiffkommissionär und seine Mutter die ehemalige und vierzehn Jahre jüngere Hausangestellte. Durch den Beruf des Vaters musste er innerhalb der ersten 20 Jahre mehr als zehnmal umziehen. Obwohl die Familie sehr viel Wert auf Kunst und Bildung legte und Hausmusikabende zum allgemeinen Familienleben gehörten, spielte August Strindberg als einziger der Kinder kein Instrument. Er interessierte sich eher für die Naturwissenschaften. Auf dem privaten Gymnasium, das er in Stockholm besuchte, begeisterte er sich vor allem für die Fächer Naturkunde und Französisch. 1867 legte A. Strindberg sein Abitur ab und begann sein Studium « Ästhetik und lebende Sprachen » in Uppsala. Dazwischen kam noch ein kurzer Nebenschauplatz wie das Medizinstudium und der Versuch, Schauspieler zu werden, hinzu. Doch letztendlich wollte er sich für sein erstes Studium entscheiden, musste dieses jedoch nach zwei Jahren aus finanziellen Gründen wieder aufgeben. Während dieser Studienzeit begann er zum ersten Mal mit dem Schreiben. Er bekam für ein Jahr eine Stelle als Redakteur bei einer schwedischen Zeitung in Stockholm. Danach wurde er Sekretär bei der Königlichen Bibliothek. Im Jahre 1879 gelang ihm dann der literarische Durchbruch mit seinem satirischen Gesellschaftsroman « Das Rote Zimmer ».

Unabhängig von seinem sehr bewegten Privatleben (drei Ehen) und seinem beruflichen Erfolg, war er eine sehr gespaltene und suchende Persönlichkeit. Er wurde oft von Wahnvorstellungen, Realitätsverlust und Depressionen geplagt. Doch genau diese psychischen Probleme bzw. Veranlagungen werden oft als die Basis in seinem teilweise sehr biographischen Werk betrachtet. August Strindberg gehört nicht nur zu den berühmtesten schwedischen Autoren, sondern auch zu den produktivsten. Er verfasste insgesamt mehr als 60 Dramen, zehn Romane, zehn Novellensammlungen und hinterließ ungefähr 8000 Briefe.

« Das Rote Zimmer » spielt in Stockholm ungefähr um 1870. Der Hauptprotagonist ist der äusserst gutgläubige und junge Mann Arvid Falk. Auf der Suche nach Freiheit und Wahrheit entscheidet sich Falk dafür, seine Beamtenlaufbahn aufzugeben und « Literat » zu werden. Doch sein schwierigster « Gegner » im Bezug auf seine berufliche Neuausrichtung ist sein älterer und sehr dominierender Bruder Carl Nikolaus Falk, der als Kaufmann grosse Erfolge hat und sein Leben nach einer absolut konservativen Gesellschaftsordnung orientiert, welche er auch sehr klar seiner Frau zu vermitteln versucht :

« Es ist gut, mein Schatz, dass du schlechte Gesellschaft meidest. Nichts ist für den Menschen so gefährlich wie schlechte Gesellschaft. Das sagte weiland schon mein Vater und heute ist dies eines meiner striktesten Prinzipien. »

Arvid wird um das Erbe seines Vaters durch seinen älteren Bruder betrogen, deshalb muss er sich dringend eine bezahlte und vielleicht sogar weniger literarische Aufgabe suchen. Es gestaltet sich als sehr schwierig für Falk, seinen Lebensunterhalt schreibender Weise zu verdienen. Glücklicherweise trifft er auf den Verleger Smith, der ihm auch gleich einen Auftrag erteilt. Falk darf für ihn eine Art Werbeprospekt erstellen, das zur Förderung des Absatzes von Überseetransportversicherungen eingesetzt werden soll. Doch seine ideologischen Grundsätze verbieten ihm diesen Job und somit gibt er diesen Auftrag an den Philosophen Ygberg weiter, der sich dadurch vom Hungertod retten kann.

Doch nicht nur den Philosophen Ygberg, sondern auch einen Landschaftsmaler, der nach erfolglosen Jahren endlich die künstlerische Anerkennung erfährt, die er auch verdient hat, lernt Falk kennen. Er trifft dazu noch einen Bildhauer, der sich von seiner Handwerkskunst abwendet und nur noch auf die Philosophie stürzt, welche ihn jedoch in den Selbstmord führt. Und dann gibt es noch einen Journalisten namens Struve, der für Falk zu einem wirklichen Freund wird und den Arzt Doktor Borg, der sich um Falk’s angeschlagene Psyche kümmert. Man trifft sich regelmässig in einem sogennanten Künstlerkreis im « Roten Zimmer » eines richtigen Bohémien-Gasthauses, diskutiert über die Gesellschaft und das Leben und beobachtet dabei die noch ärmeren Künstler. Doch kann Arvid Falk langfristig dieses Künstler- bzw. Literatenleben durchhalten…?

« Das Rote Zimmer » ist nicht einfach nur ein klassischer Gesellschaftsroman, nein es ist eine durch und durch genial konstruierte Gesellschaftssatire. Auch wenn die eigentliche Handlung sich nicht immer ganz klar wie ein roter Faden durchzieht, lernen wir in 29 Kapiteln das künstlerische, soziale und ökonomische Leben in Stockholm kennen, allerdings auf eine äusserst bösartige und desillusionierte Weise, die so manche Hoffnungslosigkeit nachsichzieht. Arvid Falk, der unverbesserliche Idealist, erfährt und erlebt wie intrigant eine Gesellschaft doch wirklich sein kann. Strindberg zeigt dies in vielen Szenen, in denen er uns mit selbstgefälligen Geschäftsmännern, verschämten Damen in sogenannten Wohltätigkeitsvereinen, Journalisten ohne jeglichem Gewissen und vor allem korrupten Beamten und Politikern konfrontiert.

Mit einer grossen Portion bitterbösen Zynismus, aber auch einem gewissen Realitätssinn lässt Strindberg Arvid Falk seinem Freund Struve eine Begebenheit erzählen, die sich im « Kollegium zur Auszahlung von Beamtengehältern », einem ganz besonders durchorganisierten Amt, das in Punkto Kundenfreundlichkeit wahre « Wunder » vollbrachte, ereignete :

« Ich fragte, ob einer der Herren Zeit habe, mir die Räumlichkeiten hier zu zeigen. Sie erklärten sich für unabkömmlich : hätten Order, das Amtsdienerzimmer nicht zu verlassen. Ich fragte, ob es nicht mehrere Amtsdiener gäbe. Doch, es gebe schon mehrere. Aber – der Oberamtsdiener habe Ferien, der erste Amtsdiener habe dienstfrei, der zweite Amtsdiener sei beurlaubt, der dritte sei auf der Post, der vierte sei krank, der fünfte hole Trinkwasser, der sechste sei auf dem Hof, ‹ und da hockt er den ganzen Tag › ; ausserdem ‹ kommt kein Beamter vor ein Uhr ›. Mit diesem Wink gab man mir das unpassend Frühzeitige meines lästigen Besuchs zu verstehen und erinnerte daran, dass Amtsdiener auch Beamte waren. »

Es gibt noch viele ähnliche Begegnungen, die nicht nur zum Amusement beitragen, sondern auch zum Nachdenken einladen. Ganz besonders beeindruckend ist in diesen Szenen Strindbergs faszinierende Dialogkunst. Durch seine – vom Naturalismus beeinflusst – sehr klare und direkte Sprache kann Strindberg die einzelnen Charaktere der durch unübertreffliche Verlogenheit gekennzeichneten Gesellschaft meisterhaft einfangen und zu echtem Leben erwecken. Mit seiner klug eingesetzten Absicht, viele Beobachtungen bis zum Surrealen hin zu überzeichnen, wird aus diesem eindrucksvollen Gesellschaftsroman dann endgültig ein wahres literarisches Kunstwerk, das auch nach über 130 Jahren keineswegs an Aktualität verloren hat !

Und gerade deshalb ist es fast schon eine Leserpflicht – mehr jedoch ein Lesegenuss -,  in diesen gesellschaftskritischen, teilweise sehr parodistischen und auf jeden Fall stilistisch äusserst brillanten Roman jetzt – dank einer Neuübersetzung von Renate Bleibtreu – einzutauchen!

Durchgelesen – „Die Entbehrlichen“ v. Ninni Holmqvist

Zum Glück ist dieser Roman, wirklich ein Roman, eine Fiktion und glücklicherweise nur eine Vision.

„Die Entbehrlichen“ sind Menschen, die nicht produktiv bis zum ihrem 50. Geburtstag waren. Produktiv bedeutet, keine Geburt eines Kindes vorzuweisen, oder keinen Menschen vorzuweisen, der Einen wirklich liebt. Und für diese „Entbehrlichen“ gibt es dann nur eine Lösung, die Einweisung in ein spezielles Sanatorium. Dies gleicht einem Luxusressort, nur mit dem feinen Unterschied, dass die Bewohner sich hier für psychologische Tests und für Organentnahme zur Verfügung stellen müssen. Es geht soweit, dass die Gäste nur bis zur letzten, sogenannten Endspende für die „Benötigten“ in diesem „Sanatorium“ bleiben können, denn diese führt definitiv zum Tod.

Und Dorrit Wegner gehört leider zu der Gruppe der „Entbehrlichen“, denn sie hat keine Kinder und sie liest. Somit muss sie sich  in diese „Einheit“ einweisen. Sie findet es am Anfang sogar sehr angenehm und konfortabel. Sie spaziert in einem künstlichen angelegten Park, sie besucht eine Kunstgalerie, sie geht in die Bibliothek:

Ja, es gibt ziemlich viele Intellektuelle hier, Leute, die Bücher lesen. Aha, sagte ich. Leute, die Bücher lesen, fuhr er fort, tendieren dazu, entbehrlich zu werden. In hohem Masse. Ach so, sage ich. Ja, sagte er.“

Eigentlich ist sie sehr freiheitsliebend, doch sie fühlt sich erstaunlich wohl und passt sich diesem neuen Leben an. Doch dann lernt sie ihren Mitbewohner Johannes kennen, und alles ist auf einmal ganz anders, denn er ist ihre erste grosse Liebe….

Dieser Roman ist sehr spannend, beklemmend, angsteinflössend, realitätsfremd und trotzdem kein Krimi. Es geht um die Wertigkeit des Menschen, um die Sinnfrage. Ein brisantes Thema, verpackt in einer glasklaren und sehr einnehmenden Sprache. Ein grandioses Buch!

Durchgelesen – „Saubere Verhältnisse“ von Marie Hermanson

Die schwedische Autorin Marie Hermanson ist für mich ein Geheimtipp! Mit ihrem Roman „Saubere Verhältnisse“ spürt sie menschliche psychologische Abgründe auf in einer so unglaublich spannenden und atemberaubenden Weise, das man als Leser dieses Buch nicht mehr bis zum Ende aus der Hand legen kann.

Es geht hier um eine erfolgreiche Chefin (Yvonne Gärstrand) einer Firma für Zeitmanagement, die einerseits alles erreicht hat und sehr erfolgreich ist, aber andererseits irgendwie zu viel Zeit hat, und sich somit für fremde Häuser in fremden Gegenden interessiert. Es zieht sie in den Vorort, in eine bestimmte Strasse, in den Orchideenweg. Sie geht spazieren, interessiert sich für die Bewohner, aber sie bleiben ihr fremd, bis zu dem Zeitpunkt, als im Orchideenweg 9 eine Putzfrau gesucht wird. Sie bewirbt sich und tritt als Nora Brick den Dienst als Putzfrau im Haus von Bernhard Ekberg an. Er lebt scheints allein, es fehlt im eine Hausfrau und schon beginnt die Reise in psychologische Tiefen. Wo ist eigentlich seine Frau, wer ist die geheimnisvolle Schöne auf einem Foto, das sie in Herrn Ekbergs Jackentasche findet?

Der Leser wird nach einem sehr kurzen Vorspiel in einen ungewöhnlichen Bann gezogen, der ihn auch nicht mehr loslässt. Eine Spannung, eine im ersten Augenblick so unglaubwürdige Geschichte, vor allem ab dem Zeitpunkt, als sich Nora alias Yvonne auch noch in Bernhard verliebt. Man muss weiter lesen, und kann es nicht glauben, was alles noch passiert, und ganz zum Schluss gibt es auch noch ein Ende, mit dem – meiner Empfinden nach – keiner gerechnet hat.

Kurzum ein wirklich sehr kluges, spannendes Buch, ein „page-turner“ bis zur letzten Seite, und am Ende bleibt man nur noch sprachlos zurück!