Literatur

Ludwig Tieck – Gedicht

Der Dichter Wie sehnsuchtsvoll fühlt sich mein Herz gezogen, Dem frischen grünen Walde zugelenket, Von Bächen wird das neue Gras getränket, Die Blumen schauen sich in klaren Wogen. Ein blau Krystall erscheint der Himmelsbogen, Zur blühenden Erde liebend hergesenket, Die Sonne zeigt, daß sie der Welt gedenket, Sie hat die Blumen küssend aufgesogen. Die Pflanzen […]

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Durchgelesen – „Zorngebete“ v. Saphia Azzeddine

Fünf Jahre nach der sehr erfolgreichen Erstveröffentlichung in Frankreich unter dem Originaltitel « Confidences à Allah » wird nun erfreulicherweise diese provokant und tragikomische Emanzipationsgeschichte « Zorngebete » dank der grandiosen Übersetzung von Sabine Heymann endlich dem deutschsprachigen Leserpublikum präsentiert. Saphia Azzeddine, geboren 1979 in Agadir (Marokko), lebt seit ihrem 9. Lebensjahr in Frankreich (in […]

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Theodor Fontane – Gedicht

Frühling Nun ist er endlich kommen doch In grünem Knospenschuh; „Er kam, er kam ja immer noch“ Die Bäume nicken sich’s zu. Sie konnten ihn all erwarten kaum, Nun treiben sie Schuß auf Schuß; Im Garten der alte Apfelbaum, Er sträubt sich, aber er muß. Wohl zögert auch das alte Herz Und atmet noch nicht […]

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Durchgelesen – „Die Rückkehr der Jungfrau Maria“ v. Bjarni Bjarnason

Glauben Sie an Wunder ? Wie auch immer Sie diese Frage beantworten werden, ob mit ja oder nein, Sie sollten sich keinesfalls diesen unglaublich schrägen und ja wahrlich wundersamen Roman von Bjarni Bjarnason entgehen lassen. Denn was könnte es Spannenderes und Verrückteres geben, als « Die Rückkehr der Jungfrau Maria » mitzuerleben! Bjarni Bjarnason wurde […]

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Bertolt Brecht – Gedicht

Die Liebenden Seht jene Kraniche in großem Bogen! Die Wolken, welche ihnen beigegeben Zogen mit ihnen schon als sie entflogen Aus einem Leben in ein anderes Leben. In gleicher Höhe und mit gleicher Eile Scheinen sie alle beide nur daneben. Daß so der Kranich mit der Wolke teile Den schönen Himmel, den sie kurz befliegen […]

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Durchgelesen – „Die Reisen mit meiner Tante“ v. Graham Greene

Graham Greene (1904 – 1991) zählt zu den wichtigsten englischen Schriftstellern der 20. Jahrhunderts. Geboren als Viertes von sechs Kindern waren die Kindheit und vor allem die Schulzeit  für ihn sehr schwierig, da sein Vater auch gleichzeitig der Schuldirektor war. Greene studierte Geschichte und musste bereits wegen seiner Vorliebe zu Russischem Roulette im Jugendalter in […]

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Hugo von Hofmannsthal – Gedicht

Besitz Großer Garten liegt erschlossen, Weite schweigende Terrassen: Müßt mich alle Teile kennen, Jeden Teil genießen lassen! Schauen auf vom Blumenboden, Auf zum Himmel durch Gezweige, Längs dem Bach ins Fremde schreiten, Niederwandeln sanfte Neige: Dann erst komme ich zum Weiher, Der in stiller Mitte spiegelt, Mir des Gartens ganze Freude Träumerisch vereint entriegelt. Aber […]

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Durchgelesen – „Nachsaison“ v. Philippe Besson

Edward Hopper (1882 – 1967) gehört zu den bekanntesten Malern des amerikanischen Realismus. Berühmt durch seine Bilder, die den einzelnen Menschen in Hotels, Bars oder vor Hausfassaden darstellen, und vor allem durch sein ganz aussergewöhnliches « Licht » wird so manche zwar stille, aber trotzdem intensive « Betonung » dieser wahrlich einsamen Situtation meisterhaft herausgearbeitet. […]

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Hugo von Hofmannsthal – Gedicht

Weihnacht Weihnachtsgeläute Im nächtigen Wind… Wer weiß wo heute Die Glocken sind, Die Töne von damals sind? Die lebenden Töne Verflogener Jahr` Mit kindischer Schöne Und duftendem Haar, Mit tannenduftigem Haar, Mit Lippen und Locken Von Träumen schwer?… Und wo kommen die Glocken Von heute her, Die wandernden heute her? Die kommenden Tage, Die wehn […]

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Durchgelesen – „Bücherwahn“ v. Gustave Flaubert

Gustave Flaubert, geboren am 12. Dezember 1821 in Rouen und gestorben am 8. Mai 1880 in Croisset, gehört zu den wichtigsten französischen Schrifstellern und Romanciers der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die literarischen Hauptmerkmale des flaubertschen Œuvre liegen in der ausgeprägten Tiefe seiner psychologischen Analysen im Bezug auf das Verhalten der einzelnen Menschen, aber auch […]

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Rainer Maria Rilke – Gedicht

Der Tod des Dichters Er lag. Sein aufgestelltes Antlitz war bleich und verweigernd in den steilen Kissen, seitdem die Welt und dieses von-ihr-Wissen, von seinen Sinnen abgerissen, zurückfiel an das teilnahmslose Jahr. Die, so ihn leben sahen, wußten nicht, wie sehr er Eines war mit allem diesen; denn Dieses: diese Tiefen, diese Wiesen und diese […]

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