Kategorie: Durchgelesen

Durchgelesen – „Die Eleganz des Igels“ v. Muriel Barbery

Dieser wundervolle in Paris spielende Roman hat zwei Heldinnen: Die Eine ist Renée, 54 Jahre alt,  seit 27 Jahren Concierge in der 7, rue Grenelle, einem herschaftlichen Stadthaus im noblen 7. Arrondissement. Sie sagt selbst über sich: „Ich bin Witwe, klein hässlich, mollig, ich habe Hühneraugen und in gewissen Morgenstunden einen Mundgeruch, wie ein Mammut.…

Durchgelesen – „Hotel Bosporus“ von Esmahan Aykol

Kein hoch literarisches Werk, aber eine sympathische Protagonistin, namens Kati Hirschel, deutsche Buchhändlerin und Besitzerin eines Krimibuchladens in Istanbul. Es geht um den Mord eines Regisseurs, der mit den Dreharbeiten einer deutsch-türkischen Koproduktion beschäftigt war. Kati Hirschel ist mit der Hauptdarstellerin des Films befreundet und sieht nun ihre erste Chance als Detektivin in Aktion zu…

Durchgelesen – „Mein Leben mit Sartre“ v. Liliane Siegel

Ein ganz besonderes Buch, vor allem, wenn man sich für Sartre als Person, Mann und Autor interessiert, eine Biographie der besonderen Art. Liliane Siegel, entstammt einer jüdischen Familie, die sich während der deutschen Besatzung in Paris verstecken musste. 1960 liest sie während einer depressiven Phase Sartre, unter anderem den Satz “ Versucht nicht, eurem Unheil…

Durchgelesen – „Vindings Spiel“ v. Ketil Bjornstad

Dies ist ein spannender und gleichzeitig sehr einfühlsamer Roman über die Liebe zur Musik und über das Erwachsenwerden. Die Geschichte spielt in Norwegen in den sechziger Jahren. Der Protagonist in diesem Roman ist der fünfzehnjährige Aksel Vinding, der auch als Ich-Erzähler fungiert. In seiner Familie gibt es immer Ärger, mit seinen Eltern und mit seiner…

Durchgelesen – „Tausend kleine Schritte“ v. Toni Jordan

Dies ist eine aussergewöhnliche Lebensgeschichte. Eine Geschichte über ein Leben, das geprägt wird von Zwängen. „Alles zählt.“ Mit diesem kurzen und sehr wichtigen Satz beginnt dieser beeindruckende Roman. Es geht um eine junge Frau (35 Jahre ), die seit ihrem 8. Lebensjahr alle Dinge in ihrem Leben zählt. Die Buchstaben ihres Namens, die Treppenstufen, die…

Durchgelesen – „Die nachdenklichen Hühner“ v. Luigi Malerba

Ein entzückendes Buch nicht nur zur Frühlings- und Osterzeit. Nein, es ist ein Ganz-Jahres-Buch für alle Leser, die Hühner einfach sympathisch finden, mehr über sich und das Leben wissen wollen. Es handelt sich hier nicht nur um Kurzgeschichten aus dem Alltag eines Hühnerhofs, sondern wie bereits Italo Calvino – auch ein sehr bekannter italienischer Autor…

Durchgelesen – „Das Badezimmer“ v. Jean-Philippe Toussaint

Jean-Philippe Toussaint (geboren 1957 in Brüssel) ist der Sohn eines Journalisten und einer Buchhändlerin. Seit 1971 lebt er in Paris. 1973 wurde er Juniorweltmeister im Scrabble. 1978 machte er seinen Abschluss am Institut d’études politiques de Paris. Seinem Militärdienst konnte er duch eine Stelle als Französischlehrer in Algerien entgehen. Während dieser Zeit heiratete er und…

Durchgelesen – „Ein Winter auf Mallorca“ v. George Sand

Im Oktober 1838 reist George Sand mit ihren zwei Kindern und begleitet von ihrem Freund Frédéric Chopin nach Mallorca. Auf Anraten ihres Arztes wäre ein anderes Klima für alle, vor allem für Chopin, besser. Aber sie wollten auch den Gerüchten und dem Tratsch von Paris entfliehen. George Sand, eine doch eher konfortverwöhnte Pariser Dame,musste sich…

Durchgelesen – „Die Geliebte des Gelatiere“ v. Daniel Zahno

Eine Liebesroman passend zum Frühling! Doch beim Lesen spürt man bereits den Sommer und träumt von Sonne, Eis und Venedig. Und dies ist die Geschichte von Alvise, der in Venedig aufwächst und aus einfacheren Verhältnissen stammt. Mit Noemi, einer neuen Schulkameradin, deren Vater Amerikaner und deren Mutter Römerin war, freundet er sich an.Und das Schönste…

Durchgelesen – „Die Entbehrlichen“ v. Ninni Holmqvist

Zum Glück ist dieser Roman, wirklich ein Roman, eine Fiktion und glücklicherweise nur eine Vision. „Die Entbehrlichen“ sind Menschen, die nicht produktiv bis zum ihrem 50. Geburtstag waren. Produktiv bedeutet, keine Geburt eines Kindes vorzuweisen, oder keinen Menschen vorzuweisen, der Einen wirklich liebt. Und für diese „Entbehrlichen“ gibt es dann nur eine Lösung, die Einweisung…

Durchgelesen – „Die letzte Liebe des Monsieur Armand“ v. Françoise Dorner

Ein wunderbares Buch über Einsamkeit, Glück, Liebe und Freundschaft! Monsieur Armand, ein distinguierter älterer Herr (70), hat vor drei Jahren seine Frau verloren und fühlt sich seitdem sehr einsam, obwohl sein Sohn ihn regelmässig anruft. Er bezeichnet sich als der „Übriggebliebene“. Doch bei einer Busfahrt macht er per Zufall die Bekanntschaft eines jungen Mädchens. Sie…

Durchgelesen – „Mord auf ffolkes Manor“, „Ein stilvoller Mord“ u. „Und dann gab’s keinen mehr“ v. Gilbert Adair

Eine echte Entdeckung sind die drei aufeinander folgenden Bände „Mord auf ffolkes Manor“, „Ein stilvoller Mord“ in Elstree“ und „Und dann gab’s keinen mehr“ von Gilbert Adair. Er bezeichnet jeden Einzelnen selbst als „eine Art Kriminalroman“. Der erste Fall „Mord auf ffolkes Manor“ spielt an Weihnachten 1935. Bei einem Abendessen im Hause des Colonel Roger…

Durchgelesen – „Die Demütigung“ v. Philip Roth

Was für ein Buch! Angst, Versagen, Macht, Leidenschaft, Erotik, Sex, Liebe, Tod und das alles auf nur 138 Seiten! Philip Roth zeigt sich wieder mal von seiner besten Seite, das Buch ist ein echtes Meisterwerk. Es geht um Simon Axler, den besten Theaterschauspieler seiner Generation, der mit Mitte sechzig sein ganzes Selbstvertrauen und seine Ausstrahlung…

Durchgelesen – „Bumerang“ v. Tatiana de Rosnay

Was für eine ungewöhnliche Familiengeschichte! Der Roman spielt in Frankreich. Es geht um zwei Menschen, nein eigentlich geht es um noch viel mehr Menschen, aber Mélanie und Antoine, beide Geschwister, sind hier die Hauptprotagonisten. Antoine Anfang 40 verbringt mit seiner Schester zu ihrem 40. Geburtstag, ein Wochenende auf der Insel Noirmoutier, wo sie seit ihrer…

Durchgelesen – „Madame Cottard und eine Ahnung von Liebe“ v. Rainer Moritz

Rainer Moritz hat mit seinem Roman „Madame Cottard und eine Ahnung von Liebe“ eine wundervolle, romantische, aber gleichzeitig kitschlose Liebesgeschichte geschrieben, die im Pariser Montmartre-Viertel spielt. Es geht um Nathalie Cottard, eine Buchhändlerin, die in ihrem kleinen Appartement in der Nähe von Sacré-Coeur von einem Wasserschaden überrascht wird. Das Appartement wird dadurch total unbewohnbar für…

Durchgelesen – „Der Zauberberg“ v. Thomas Mann

Das Buch der Bücher! Das in meinen Augen wichtigste und beste Buch von Thomas Mann. 1912 verbrachte seine Frau mehrere Monate in einem Davoser Lungensanatorium. Und diese Erfahrungen hat Th. Mann in seinem Werk „Der Zauberberg“ verarbeitet. Es geht um den jungen Patriziersohn Hans Castorp. Er besucht seinen lungenkranken Vetter in einem Sanatorium in Davos,…

Durchgelesen – „Saubere Verhältnisse“ von Marie Hermanson

Die schwedische Autorin Marie Hermanson ist für mich ein Geheimtipp! Mit ihrem Roman „Saubere Verhältnisse“ spürt sie menschliche psychologische Abgründe auf in einer so unglaublich spannenden und atemberaubenden Weise, das man als Leser dieses Buch nicht mehr bis zum Ende aus der Hand legen kann. Es geht hier um eine erfolgreiche Chefin (Yvonne Gärstrand) einer…

Durchgelesen – „Die souveräne Leserin“ v. Alan Bennett

„Die souveräne Leserin“ von Alan Bennett ist zu aller erst eine wunderbare Hommage an das Lesen, die Literatur und die englische Königin. Die Queen wird mittels eines Spazierganges mit ihren Hunden zu einem Bibliotheksbus geführt, der einmal wöchentlich vor ihrem Schloss parkt. Sie ist neugierig und betritt den Bus, und sieht auch noch einen ihrer Mitarbeiter…

Durchgelesen – „Das geheime Leben der Bücher“ von Régis de Sà Moreira

Jetzt ist dieses Buch auch endlich auf deutsch erschienen. Das französische Original – Titel „Le libraire“ gibt es schon seit 2004, da sieht man mal wieder lange es dauert, bis die Lizenzen so verteilt werden. Schade dass der Titel so geändert wurde, denn „Der Buchhändler“ trifft viel besser auf dieses schmale Buch zu. Es geht nämlich um…

Durchgelesen – „Am Anfang war die Nacht Musik“ v. A. Walser und „Mein Jenseits“ v. M. Walser

Alissa Walser, Am Anfang war die Nacht Musik: Ein erstaunlicher Roman mit einer erstaunlichen Sprache. Sie ist schwülstig, gestelzt, hat aber trotzem einen unglaublich starken Rhythmus, der den Leser mitnimmt. Der Roman spielt in Wien im Jahre 1777. Es geht um den berühmten Arzt Franz Anton Mesmer, der die blinde Pianistin und Sängerin Maria Theresia…