Kategorie: Durchgelesen

Durchgelesen – „Das Päckchen“ v. Franz Hohler

Kann ein kleines Päckchen ein eher beschaulich friedvolles Leben durcheinanderbringen? Natürlich! Und wie es das kann, zeigt uns mit seiner wundervollen Erzählkunst Franz Hohler mit dem gerade aktuell erschienen neuen Roman „Das Päckchen“. Franz Hohler, geboren 1943 in Biel, ist nicht nur Liedermacher und Kabarettist, sondern auch Schriftsteller. Bereits während seines Germanistik- und Romanistik-Studiums hat…

Durchgelesen – „Unsere Frau in Pjöngjang“ v. Jean Echenoz

Was wäre die Literatur ohne Humor, Witz und Ironie? Natürlich sollte dies alles raffiniert und kreativ literarisch umgesetzt werden. Somit überrascht es nicht, dass dies Jean Echenoz mit seinem aktuell in Deutschland erschienen Roman „Unsere Frau in Pjöngjang“ sehr gut gelungen ist. Jean Echenoz, geboren 1947, gehört zu den wichtigsten französischen Schriftstellern. Er hat in verschiedenen…

Durchgelesen – „Deutschland à la française“ v. Pascale Hugues

Wie französisch ist Deutschland? Eine interessante Frage, die man sich, sei es als frankophiler Deutscher, oder deutschliebender Franzose vielleicht stellen sollte. Pascale Hugues, geboren in Straβburg, arbeitet seit 1989 als Korrespondentin in Deutschland zuerst für die französische Zeitung „Libération“ und aktuell für das französische Magazin „Le Point“. Gleichzeitig schreibt sie die sehr bekannte Kolumne „Mon…

Durchgelesen – „Der Eiffelturm“ v. Roland Barthes

Warum sollte man ausgerechnet ein Essay über den Eiffelturm lesen ? Genügt es denn nicht, sich an den Bildern von dieser Sehenswürdigkeit zu erfreuen oder den Turm direkt in Paris selbst zu entdecken ? Der Eiffelturm – das Wahrzeichen der Stadt – international bekannt, beliebt und gerne besucht – steht im vornehmen 7. Arrondissement in…

Durchgelesen – „Riviera Express“ v. Gaëlle Josse

Wie elegant hat uns bereits Marcel Proust mit seinem Zitat « Die wahre Entdeckungsreise besteht nicht darin, neue Landschaften zu suchen, sondern mit anderen Augen zu sehen » auf die eigentliche Bedeutung einer Reise aufmerksam gemacht. Doch nicht weniger charmant und poetisch dürfen wir mit dem gerade aktuell erschienenen Roman « Riviera Express » von…

Durchgelesen – „KL – Gespräch über die Unsterblichkeit“ v. John von Düffel

Wollen wir nicht alle unsterblich sein, oder es zumindest versuchen ? In der heutigen Zeit könnten aus medizinischer Sicht die Chancen auf eine gewisse körperliche Unsterblichkeit gar nicht so klein sein. Aber ist diese Unsterblichkeit auch wirklich erstrebenswert, sowohl für sich selbst als für die Gesellschaft, in der wir uns bewegen ? Fragen über Fragen, die sich…

Durchgelesen – „Adèle“ v. Irene Ruttmann

Die Schlacht an der Somme (Fluss im Norden Frankreichs) vom 1. Juli bis 18. November 1916 zählte zu den grössten Schlachten an der Westfront des Ersten Weltkriegs. Durch die britisch-französische Grossoffensive gegen die deutschen Truppen war dies die mit mehr als einer Million getöteten, verwundeten und vermissten Soldaten verlustreichste Schlacht des Ersten Weltkriegs. Ist es…

Durchgelesen – „Die Kunst des Wartens“ v. Catherine Charrier

Das „Warten“ kann so viele Bedeutungen haben, dass man nicht immer genau sagen kann, ob das „Warten“ nun eher positive oder negative Dinge vermittelt. Wer wartet schon gerne auf etwas und empfindet dabei ein eher wohliges und vielleicht sogar meditatives Gefühl. Selten wird dies eintreffen, aber es ist durchaus möglich. Doch wenn wir nicht nur…

Durchgelesen – „Hôtel du Nord“ v. Eugène Dabit

Hotels sind heute und waren damals nicht nur gute, exklusive und schicke Übernachtungsmöglichkeiten, um eine andere Stadt zu erkunden oder sich zu erholen. Hotels können und konnten vor allem Anfang des 20. Jahrhunderts den Menschen, eine Art Ersatz-Zuhause bieten und wurden als so genannte Wohn-Hotels genutzt. Und genau von so einem Hotel und deren Bewohnern…

Durchgelesen – „Konzert ohne Dichter“ v. Klaus Modick

Worpswede ist eine niedersächsische Gemeinde nordöstlich von Bremen, gelegen im Teufelsmoor und bekannt als ein Erholungsort. Doch mit diesem Ort verknüpfen wir noch viel mehr und denken in erster Linie an die berühmte Künstlerkolonie Worpswede. Die 1889 gegründete Lebens- und Arbeitsgemeinschaft von Künstlern beheimatete hauptsächlich Künstler des Jugendstils, Impressionismus und Expressionismus. Einer der wichtigsten Orte…

Durchgelesen – „Liebe mit zwei Unbekannten“ v. Antoine Laurain

Für viele Männer werden die Geheimnisse von Frauen im Bezug auf ihre Handtasche immer unauflösbar sein und bleiben. Doch es gibt glücklicherweise Ausnahmen und besondere Momente, wo der Inhalt einer Handtasche bei der Suche nach einer unbekannten Frau eine wahrlich tragende Rolle übernimmt. Ja, und das alles verknüpft mit dem Charme eines Pariser Buchhändlers könnte…

Durchgelesen – „Unterwerfung“ v. Michel Houellebecq

Natürlich ist dieser Roman seit geraumer Zeit in aller Munde. Es gibt zahlreiche und vor allem unterschiedlichste Reaktionen in den Medien. Inzwischen ist der Roman nicht nur in Frankreich, sondern auch in Deutschland zum sogenannten Bestseller aufgestiegen. Doch wie das Wort schon sagt, ist der Bestseller mit Betonung auf „Seller“, das meist verkaufte und nicht…

Durchgelesen – „Weinhebers Koffer“ v. Michel Bergmann

Die Suche nach einem Geburtstagsgeschenk ist nicht immer ein leichtes Unterfangen, doch wenn plötzlich ein Objekt sich als das potentielle Präsent zu einer vollkommen unerwarteten Entdeckung entpuppt, wird die Neugierde nicht nur bei dem Protagonisten, sondern auch beim Leser geschürt. „Weinhebers Koffer“ ist nicht nur der Titel des neuen Romans von Michel Bergmann, sondern auch…

Durchgelesen – „Die zehn Kinder, die Frau Ming nie hatte“ v. Eric-Emmanuel Schmitt

Der Umgang mit der Wahrheit ist nicht immer ganz einfach. Bereits in jungen Jahren lernen wir oft ehrlich zu sein und die Wahrheit zu sagen. Doch ist das hilfreich im Leben, bringt uns diese Wahrheit wirklich weiter, oder wäre nicht manchmal ein wenig Unwahrheit besser? Emile M. Cioran bringt es in seinem Zitat auf den…

Durchgelesen – „Zum Zeitvertreib – Vom Lesen und Malen“ v. Winston Churchill

Winston Churchill (1874 – 1965) kennen wir als einen der bedeutendsten britischen Staatsmänner des 20. Jahrhunderts. Er bekleidete mehrere Regierungsämter, war von 1940 bis 1945 und von 1951 bis 1955 Premierminister von Grossbritannien. Doch unabhängig von seiner grossen politischen Karriere war Winston Churchill ein überaus erfolgreicher Autor verschiedenster politischer, aber auch historischer Schriften. So dass…

Durchgelesen – „Ein Liebesabenteuer“ v. Alexandre Dumas

In der Literatur gibt es hin und wieder so wunderbare Überraschungen, die man nicht für möglich halten würde. Und genau so eine literarische Überraschung ist die Entdeckung eines Werkes von Alexandre Dumas, das wir mit grosser Erwartung nun nach sage und schreibe über 150 Jahren zum ersten Mal in deutscher Sprache in den Händen halten…

Durchgelesen – „Der Fall Sneijder“ v. Jean-Paul Dubois

Wie tief kann man als Mensch fallen? Fällt man nur im übertragenen Sinne oder fällt man ganz real, quasi körperlich spürbar? Und wenn man diesen Fall zumindest physisch überlebt, aber alles andere um sich herum einstürzt – was passiert dann? Jean-Paul Dubois widmet sich mit seinem gerade in Deutschland aktuell erschienen Roman diesen Fragen und…

Durchgelesen – „Miss Nightingale in Paris“ v. Cynthia Ozick

Auch wenn man glaubt, das Leben anderer Menschen, wie Familienmitglieder, Freunde und Kollegen, so einfach verändern zu können, umso schwieriger ist es – ja gerade zu fast schon unmöglich -, sein eigenes Leben und die dazugehörige Persönlichkeit zu ändern. Und genau von diesem Konflikt wird uns Cynthia Ozick in ihrem Roman „Miss Nightingale in Paris“ erzählen.…

Durchgelesen – „Das Papierhaus“ v. Carlos Maria Dominguez

Bücher haben Macht! Sie können das Leben bestimmen, verändern und massgeblich beeinflussen, selbst dann, wenn wir es als Leser gar nicht bewusst zulassen wollen. Und genau über diese doch eher unterschätzten „Charakterzüge“ des Buches berichtet uns Carlos Maria Dominguez in seiner Erzählung „Das Papierhaus“. Carlos Maria Dominguez, geboren 1955 in Buenos Aires, gehört zu den…

Durchgelesen – „Die Gierigen“ v. Karine Tuil

Falsche Identität, besessene Liebe, soziale Macht, kompromissloser Erfolg, exzessive Leidenschaft und krankhafter Ehrgeiz bilden neben vielen anderen Themen das Zentrum in diesem herausragenden und äusserst imposanten Gesellschaftsroman von Karine Tuil, der durch seinen Originaltitel „L’invention de nos vies“ (frei übersetzt „Die Erfindung unserer Leben“) den Blick auf die Lebens-Findung bzw. Erfindung noch mehr lenkt, als…

Durchgelesen – „Ein Freund des Hauses“ v. Yves Ravey

Wie oft können festgefahrene und stark verankerte Vorurteile die klare Sicht auf die eigentlichen Probleme verdecken. Yves Ravey zeigt mit seinem aktuell erschienen Roman „Ein Freund des Hauses“ auf beeindruckend transparente und komprimiert puristische Weise, wie schnell doch diese vorurteilbelastete Blindheit erst die wirkliche Gefahr entstehen lassen kann. Yves Ravey, geboren 1953 in Besançon, ist…

Durchgelesen – „Das Glück, wie es hätte sein können“ v. Véronique Olmi

Wissen wir wirklich, wie sich Glück anfühlt? Vielleicht sehen wir unser Glück gar nicht, oder können es nicht sehen, weil wir in unserem Innersten so eingesperrt sind und gar nicht fähig sind, Glücksgefühle überhaupt zu verspüren. Doch grundsätzlich sollten wir Glück erfahren können und dürfen, obwohl das Leben natürlich auch aus Problemen, Verletzungen und Enttäuschungen,…

Durchgelesen – „Der Bibliothekar, der lieber dement war als zu Hause bei seiner Frau“ v. Dimitri Verhulst

Ist es erstrebenswert, aber vor allem auch realisierbar, eine unheilbare Krankheit, von der man bis jetzt noch verschont wurde, als seelischen Überlebenstrick für sich selbst zu wählen und diese Krankheit auch noch als Befreiungsmittel aus verschiedenen alltäglichen Zwängen einzusetzen? Diese Frage sollte man eigentlich sofort mit Nein beantworten. Auch wenn es noch so verrückt und…

Durchgelesen – „Susanna im Bade“ v. Wolfgang Herles

Karl Valentin hätte mit seinem sehr treffenden Zitat: „Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit“ keinen besseren Slogan für die Kunstszene finden können. Denn jeder, der nur im Entferntesten mit Kunst zu tun hat, sei es als bildender Künstler, oder auch als Kunstsammler und Galerist, weiss doch zu genau, wie viel „Arbeit“ sich nicht nur…

Durchgelesen – „84 Charing Cross Road“ v. Helene Hanff

Bücher sind wahrlich gute Freunde, aber auch durch Bücher können wunderbare Freundschaften entstehen. Und dass dies über Kontinente hinweg auch funktionieren kann, zeigt uns auf äusserst zauberhafte Weise Helene Hanff mit ihrem Briefwechsel „84 Charing Cross Road“, der zum ersten Mal 1970 in New York erschienen ist und nun aktuell in der grandiosen Übersetzung von…

Durchgelesen – „Blaubart“ v. Amélie Nothomb

Wer kennt es nicht das Märchen von Blaubart ? Charles Perrault (1628 – 1703) war der Erfinder dieses frauenmordenden Blaubarts. Ein Märchen, das für zahlreiche andere Werke adaptiert wurde, sei es Dramen, Filme, Opern, Illustrationen, Erzählungen und jetzt auch für einen Roman. Amélie Nothomb hat sich dieser Geschichte in besonderer Weise angenommen und wir dürfen…

Durchgelesen – „Autoportrait“ v. Édouard Levé

Kennen Sie, verehrter Leser, den Unterschied zwischen einer Autobiographie und einem Autoportrait ? Eigentlich wäre es ganz einfach, denn eine Autobiographie ist die Beschreibung der eigenen Lebensgeschichte und gehört zu der literarischen Form, bei der Autor, Erzähler und der Haupt-Protagonist die gleiche Identität haben. Ein Autoportrait – man könnte auch Selbstporträt sagen – ist die…

Durchgelesen – „Hector fängt ein neues Leben an“ v. François Lelord

Wer träumt nicht davon – gerade am Anfang eines neuen Jahres – endlich ein neues Leben anzufangen. Doch, was bedeutet dies eigentlich genau, ein neues Leben. Werfen wir das Alte einfach weg, wie einen verfaulten Apfel, oder wollen wir doch nur einige Aspekte des bisherigen Lebens verändern !? Diese Frage stellen sich viele Menschen Jahr…

Durchgelesen – „Die Bibliothek des Monsieur Proust“ v. Anka Muhlstein

Lesen ist für viele Schriftsteller eine unabdingbare Voraussetzung für das Schreiben. Dies gilt auch für Marcel Proust, der sich ein Leben ohne Lesen und Bücher nicht im geringsten vorstellen konnte. Somit ist es nicht verwunderlich, dass auch Marcel Proust über eine umfangreiche Bibliothek verfügen musste. Es war eine besondere Bibliothek, denn jeder Leser hatte damals…