Durchgelesen – „Vindings Spiel“ v. Ketil Bjornstad

Dies ist ein spannender und gleichzeitig sehr einfühlsamer Roman über die Liebe zur Musik und über das Erwachsenwerden.

Die Geschichte spielt in Norwegen in den sechziger Jahren. Der Protagonist in diesem Roman ist der fünfzehnjährige Aksel Vinding, der auch als Ich-Erzähler fungiert. In seiner Familie gibt es immer Ärger, mit seinen Eltern und mit seiner älteren Schwester. Und dann passiert auch noch ein Unglück. Bei einem Badeausflug ertrinkt seine eher lebensfrohe und sorglose Mutter.  Dies ist ein Drama für die ganze Familie, und Aksel kann mit dem Verlust und der Trauer nur sehr schwer umgehen.

Er beschliesst deshalb, die Schule abzubrechen und entscheidet sich nur noch für das Klavierspiel. Mit dieser Entscheidung fühlt er sich ihr am Nächsten, denn seine Mutter hat es ihm beigebracht und die Liebe zur Musik vermittelt. Er spielt Tag und Nacht, um zu vergessen, aber auch um Pianist zu werden. Es dauert nicht lange und er taucht ein in die Welt der jungen Künstler und lernt dabei die junge sensible und hochbegabte Anja Skoog kennen.

Fortan besteht sein Leben aus Ravel, Chopin, Beethoven, aus Konzertdebüts, Wettbewerbe und Konkurrenz. Er verliebt sich in Anja und entdeckt ein Geheimnis in ihrer Familie. Und er spürt auch, dass der Stress mit Konzertagenturen und der Druck im Allgemeinen ihn an seine Grenzen bringt.

Bjornstad beschreibt wunderbar die Liebe zur Musik, was sie aus den Menschen macht und wie weit man mit der Musik gehen kann. Ein Liebesroman, eine brillant erzählte Hommage an die Musik und ein kenntnisreicher Roman über die Musikszene in den Sechzigern. Ein Buch voller Gefühl, Leidenschaft und Melancholie!

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