Durchgelesen – „Tausend kleine Schritte“ v. Toni Jordan

Dies ist eine aussergewöhnliche Lebensgeschichte. Eine Geschichte über ein Leben, das geprägt wird von Zwängen.

„Alles zählt.“

Mit diesem kurzen und sehr wichtigen Satz beginnt dieser beeindruckende Roman. Es geht um eine junge Frau (35 Jahre ), die seit ihrem 8. Lebensjahr alle Dinge in ihrem Leben zählt. Die Buchstaben ihres Namens, die Treppenstufen, die Bücher im Regal, sogar die Borsten ihrer Zahnbürste. Und das Wichtigste noch dazu ist, dass sie auch noch eine Vorliebe für bestimmte Zahlen hat, wie die 10, 100 und 1000. Aus diesem Grund wird sie komplett aus ihrem „Zwang“-Rhythmus geworfen, als sie an einer Supermarktkasse steht und nur 9 Bananen in ihrem Einkaufskorb hat. Kurzerhand nimmt sie die einzige Banane ihres Hintermannes weg und legt sie in ihren Korb, damit alles seine Ordnung hat.

Dieser Mann verfolgt sie auf dem Parkplatz des Supermarkts und stellt sie zur Rede. Kurz darauf trifft sie ihn in ihrem Café wieder, und er wagt es auch noch sich an ihren Tisch zu setzen. Seamus Joseph O’Reilly spürt während dieses Gesprächs, dass etwas mit Grace nicht stimmt und erkennt ihre Zwangsneurose. Er interessiert sich für sie, er bringt alles in ihrem Leben durcheinander. Er glaubt, dass Grace mit ihm glücklicher werden könnte, als mit ihren Zahlen,  deshalb lässt sie sich auch nochmals auf eine neue Therapie ein. Doch leider verläuft die Therapie nicht so, wie sie sich das erhofft hatte…

Dieser Roman konfrontiert den Leser auf amüsante und humorvolle Weise mit einem durch Zwangsneurosen dominierten Leben. Gleichzeitig ist es noch eine sehr anrührende Liebesgeschichte und ein grossen Plädoyer für mehr Toleranz gegenüber psychisch kranken Menschen. Ein heiteres und sehr lesenswertes Buch!

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