Durchgelesen – „Die nachdenklichen Hühner“ v. Luigi Malerba

Ein entzückendes Buch nicht nur zur Frühlings- und Osterzeit. Nein, es ist ein Ganz-Jahres-Buch für alle Leser, die Hühner einfach sympathisch finden, mehr über sich und das Leben wissen wollen.

Es handelt sich hier nicht nur um Kurzgeschichten aus dem Alltag eines Hühnerhofs, sondern wie bereits Italo Calvino – auch ein sehr bekannter italienischer Autor sagte, um „die endliche Entdeckung der menschlichen Seele in all ihren hühnerhaften Aspekten“. Wir finden hier : “ Ein grössenwahnsinniges Huhn, Ein dekadentes Huhn, Ein Philosophenhuhn, Ein römisches Huhn, Ein hungriges Huhn“, etc.

Doch mir persönlich gefällt unter anderen am Besten:

EIN ANALPHABETISCHES HUHN setze sich mit einem Stück Zeitung mitten in den Hühnerhof und tat, als würde es lesen. Was passiert in der Welt? fragten die Mithühner. Um keinen Fehler zu machen, erklärte das analphabetische Huhn, es passiere nie etwas. Bis ihm eines Tages ein ungeduldiges Huhn einen so heftigen Tritt versetzte, dass es über die ganze Wiese kollerte und dann sagte: Jetzt ist was passiert, mal sehen, ob es die Zeitung diesmal bringt.“

Ein philosophisch heiteres Buch zum Schmuzeln und zum immer wieder in die Hand nehmen. Vor allem die wunderschöne in Leinen gebundene Ausgabe von Wagenbach gibt dem kleinen Werk noch eine besondere Note. Für mich ein echtes Kultbuch!

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