Durchgelesen – „Die Demütigung“ v. Philip Roth

Was für ein Buch!

Angst, Versagen, Macht, Leidenschaft, Erotik, Sex, Liebe, Tod und das alles auf nur 138 Seiten!

Philip Roth zeigt sich wieder mal von seiner besten Seite, das Buch ist ein echtes Meisterwerk.

Es geht um Simon Axler, den besten Theaterschauspieler seiner Generation, der mit Mitte sechzig sein ganzes Selbstvertrauen und seine Ausstrahlung verloren hat. Er hat die wichtigsten Rollen gespielt, doch alles ist weg, die Bühne ist für ihn nur noch ein persönliches „Drama“. Er erleidet einen Nervenzusammenbruch, er geht für mehrere Wochen in die Psychiatrie, da er versucht hat sich das Leben zu nehmen. Seine Frau hat ihn daraufhin verlassen und auch nach seiner Klinikentlassung möchte er, bzw. kann er kein Comeback mehr wagen. Alles schwindet dahin und es fühlt sich für ihn an wie eine Selbstauflösung. Und genau diese Entwicklung versucht Axler aufzuhalten mit der Beziehung zu der lesbischen Pegeen, die die Tochter eines Jugendfreundes ist. Es sieht zu erst aus, als wäre Sie für ihn ein wahrer Glücksfall. Er verwöhnt sie, er durchlebt unglaublich leidenschaftliche Sexorgien, obwohl er durch seinen Rückenschmerzen stark beeinträchtigt ist. Er fühlt sich jung und lebendig. Die Verbindung ist wie eine Art Befreiung, wie ein Neuanfang, doch Axlers Leben wendet sich zum Schluss zu einem echten Drama.

Roth beschreibt sehr intensiv die Tiefen der menschlichen Seele und mit HIlfe brillanter innerer Monologe entblöst er die emotionalen Sehnsüchte und das totale Elend.

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