Friedrich Hebbel – Gedicht

Vorfrühling

Wie die Knospe hütend,
Dass sie nicht Blume werde,
Liegt’s so dumpf und brütend
Über der drängenden Erde.

Wolkenmassen ballten
Sich der Sonne entgegen,
Doch durch tausend Spalten
Dringt der befruchtende Segen.

Glühnde Düfte ringeln
In die Höhe sich munter.
Flüchtig grüssend, züngeln
Streifende Lichter herunter.

Dass nun, still erfrischend,
Eins zum andern sich finde,
Rühren, alles mischend,
Sich lebendige Winde.

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