Durchgelesen – „Mobbing“ von Annette Pehnt

Ein brisantes und immer aktuelles Thema wird in diesem Roman von Annette Pehnt auf sehr klare Weise und mit viel Feingespür bearbeitet.

Es geht um Jo. Er war ein liebenswerter und charmanter Mann, als er seine Frau kennenlernt. Sie sind inzwischen verheiratet und haben zwei kleine Kinder und wohnen in einem kleinen Reihenhaus.

Sein Job wird ihm zum Verhängnis, ab dem Zeitpunkt des Auftauchens der neuen Chefin. Seine Kollegen beobachten ihn, und seine Chefin erniedrigt ihn, isoliert und verunsichert ihn, wo sie nur kann. Letztendlich bekommt er nur noch minderwertige Arbeiten zugeteilt und sie nimmt ihm seine eigentlichen Aufgaben immer mehr weg. Er versucht sich zu wehren, mit ihr zu sprechen, aber sie meidet jeden Kontakt. Mobbing! Krankheit! Die Krönung ist der Verlust seines Arbeitsplatzes. Er wehrt sich mit einem Prozess vor dem Arbeitsgereicht, aber das heisst noch lange nicht, dass nun alles vorbei ist.

Annette Pehnt beschreibt in einer unheimlich schnellen, manchmal fast schon protokollarischen Weise das Ausmass der Katastrophe, Versagen, Ängste, Wut, Arbeitslosigkeit, Rückzug der Freunde, Eheprobleme.

All dies verändert das Leben dieser Familie, der zwei Menschen, man fühlt sich betroffen, erschrocken, wütend, möchte eingreifen, etwas verändern und hofft, dass alles wieder zu einem guten Ende führt. Aber das Gegenteil ist der Fall, der Niedergang ist programmiert.

Ein kraftvolles Buch, mit seinen 165 Seiten in einem Zug durchlesbar. Und am Ende bleibt man doch etwas verstört, aber auch bestätigt zurück.

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