Durchgelesen – „Das geheime Leben der Bücher“ von Régis de Sà Moreira

Jetzt ist dieses Buch auch endlich auf deutsch erschienen. Das französische Original – Titel „Le libraire“ gibt es schon seit 2004, da sieht man mal wieder lange es dauert, bis die Lizenzen so verteilt werden. Schade dass der Titel so geändert wurde, denn „Der Buchhändler“ trifft viel besser auf dieses schmale Buch zu.

Es geht nämlich um einen Buchhändler, der eine kleine Buchhandlung besitzt, und nur die Bücher verkauft, die er gelesen hat und auch für gut befindet. Er ernährt sich nur vom Lesen und vom Kräutertee (Eisenkrauttee – Verveine), somit kann er immer etwas zu sich nehmen, ohne dick zu werden.
Er verkauft keinen „Schund“, wobei er sich auch selbst immer die Frage stellt, was ist eigentlich Schund.
Die Dialoge mit Kunden und auch mit sich selbst sind sehr originell, witzig, absurd, melancholisch und buchhändlerisch.

Wie zum Beispiel folgender Ausschnitt eines Kundengesprächs:
Guten Tag, haben Sie dieses Handbuch für Paare, das von einem Biber geschrieben wurde?“
„Nein.“
„Kann ich es bestellen?“
„Nein.“
„Und warum nicht?“
„Weil ich es nicht verkaufe.“
„Und warum?“
„Weil ich es nicht verkaufen will“.
„Aber Sie haben nicht das Recht dazu…. Das ist unerhört. Auch Tiere haben das Recht zu schreiben.“
„Das ist nicht das Problem.“
„Wie bitte?“
„Ich verkaufe keine Handbücher für Paare“.
„Aha … Aber das ist ebenfalls unerhört.“
„Wenn Sie meinen …“
„Sie hören noch von mir.“
„In Ordnung.“
„Unerhört!“
„Auf Wiedersehen.“

Ein Buch für Leser, Buchliebhaber und Buchkäufer, die ihren persönlichen Buchhändler schätzen und für alle, die wissen, dass Lesen glücklich macht.

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