Durchgelesen – “Madame Cottard und die Furcht vor dem Glück” v. Rainer Moritz

Welch eine Freude die Pariser Buchhändlerin Nathalie Cottard und ihren Verehrer und Retter in der Not Robert Bernthaler wieder zu treffen. Bereits vor gut einem Jahr ist der erste Roman unter dem Titel “Madame Cottard und eine Ahnung von Liebe” um dieses charmante “Paar” erschienen. Jeder Leser dieses ersten Werks hat am Ende gehofft und auch ein klein wenig geahnt, dass diese besondere Liebesgeschichte weitergehen wird. Es stellte sich nur die Frage wie?

Rainer Moritz hat uns wieder voller Charme und Einfühlungsvermögen ein neues wunderbares Buch präsentiert, das von der ganz frischen Liebe, ja eher noch vom Verliebtsein eines doch sehr erwachsenen und erfahrenen Paares berichtet. Rainer Moritz hat eine Schwäche für schöne Geschichten, für besondere Buchhändler – denkt man nur an sein fantastisches Buch “Die schönsten Buchhandlungen Europas” –  und er schwärmt für Paris, einer Stadt, in der er immer mal wieder wohnt, wenn er nicht in Hamburg anzutreffen ist.

Die Geschichte von “Madame Cottard und die Furcht vor dem Glück” beginnt in der Bretagne. Nathalie und Robert  - inzwischen sehr verliebt – wollen der wahren Liebe nachspüren. Und wo könnte das nicht schöner und romantischer sein, als in einem kleinen Fischerdorf am Atlantik. Doch leider währt dieses gemeinsame Glück nur sehr kurz, da Robert Bernthaler dringend aus beruflichen Gründen nach Paris zurück muss.

Die Nachricht, die Robert in der Pariser Dependance der schwäbischen Korkenfirma erreicht, ist alles andere als positiv. Er soll schnellst möglich in den Firmensitz nach Deutschland zurückkehren, da der Seniorchef seiner Firma ganz unerwartet verstorben ist. Die ganze Firma soll umstrukturiert werden und das Schlimmste steht noch bevor: man will die Pariser Filiale schliessen und Robert soll wieder fest in Deutschland – genauer in Tübingen – arbeiten.

Nathalie ist bezüglich dieser Neuigkeiten alles andere als begeistert. Sie versucht sich abzulenken, arbeitet viel in der Buchhandlung, lässt sich durch ihre Freundinnen auf andere Gedanken bringen und muss gleichzeitig noch das Problem mit ihrer Mutter lösen. Diese lebt in Grenoble und ist nach einem Sturz nicht mehr in der Lage, für sich alleine zu sorgen. Nathalie versucht für sie einen Platz in einer Pariser Seniorenresidenz zu finden, doch ihre Mutter will auf gar keinen Fall nach Paris umziehen.

Mit diesem Familienproblem im Gepäck soll Nathalie auch noch mit der neuen Situation klar kommen: Robert ist nun definitiv aus ihrem Haus im Montmartre-Viertel ausgezogen, sie kann glücklicherweise nach der Generalsanierung ihrer Wohnung wegen des Wasserschadens endlich wieder in ihren vier Wänden wohnen, aber leider ohne ihre grosse Liebe. Wie lässt sich das aushalten? Wird Robert in Deutschland bleiben? Pendelt er nun von Tübingen nach Paris? Könnte sich Natalie vorstellen in der Hölderlinstadt Tübingen zu leben? All diese Fragen werden wie immer nur teilweise beantwortet …

Rainer Moritz schreibt sehr sensibel, aber absolut unsentimental über eine Liebe, die trotz vieler Hindernisse nicht nur wachsen sondern auch bestehen kann. Man spürt bei der Lektüre, dass der Autor sich sehr gut in seiner zweiten Heimat Paris auskennt und führt somit den Leser mit Hilfe dieses entzückenden und sehr verliebten Paares an die schönsten Plätze, Parks und Strassen dieser Weltmetropole. Doch auch Tübingen und die schwäbische Mentalität der Menschen kommen in den sprachlich raffinierten Beschreibungen keineswegs zu kurz. “Madame Cottard und die Furcht vor Glück” macht Lust auf Paris, auf eine Liebe, selbst wenn sie sich als noch so kompliziert darstellen mag und auf das Glück, das dadurch entstehen kann. Doch wie auch am Ende des ersten Romans kann man hier wieder eine Vorahnung spüren, dass die Geschichte zwischen der leidenschaftlich temperamentvollen Pariser Buchhändlerin Nathalie Cottard und dem eher etwas trockenen und rationalen deutschen Betriebswirt Robert Bernthaler noch nicht zu Ende ist. In diesem Sinne können wir uns auf eine Fortsetzung dieser deutsch-französischen “amour fou” freuen…

Durchgeblättert – “Die schönsten Buchhandlungen Europas” v. Rainer Moritz

Reisen in ferne Länder oder Städte ist heutzutage etwas ganz Alltägliches! Eine Reise zu den schönsten Buchhandlungen Europas wäre sicherlich ein eher ungewöhnliches Ziel. Doch so bald Sie diesen faszinierenden Bildband in den Händen halten werden, ist diese aussergewöhnliche Entdeckungsreise zum Greifen nahe.

Genau auf diese besondere Reiseroute hat sich – unterstützt durch die international renommierten Fotografen Reto Guntli und Agi Simoes – der Autor Rainer Moritz begeben. Er leitet seit 2005 das Hamburger Literaturhaus, schreibt Kolumnen, Essays, Literaturkritiken und Bücher. Zu seinen bekanntesten Werken gehören “Die Überlebensbibliothek” und “Madame Cottard und eine Ahnung von Liebe”.

“Die schönsten Buchhandlungen Europas” ist mehr als ein klassischer Reisebildband, denn der Leser taucht ein in mehrere neue Welten: ein neues Land bzw. eine neue Stadt, eine historische Architektur, eine Familiengeschichte und natürlich in die Welt der Bücher. Rainer Moritz hat ganz subjektiv, wie er selbst schreibt, 20 Buchhandlungen aus dem deutschsprachigen Raum und aus Westeuropa ausgesucht, die für ihn zu den schönsten Europas zählen.

Buchhandlungen sind Orte des Entdeckens, sie befriedigen die Neugierde, sie überraschen, sie beglücken. Es sind Orte der Begegnung, der Kommunikation, der Freude, der Ruhe, aber auch der Hektik. Sie können helfen, sie unterstützen und sie wecken Lust auf Bücher und Lesen! Doch wenn diese Buchhandlungen noch eine besondere Architektur, aussergewöhnliches Mobiliar und eine historische Familiengeschichte vorweisen können, verstärkt es die Anziehungs-kraft. Werden die Besucher dann noch mit aufmerksamer Beratung, durch eine besondere Auswahl von Büchern und bemerkenswerte literarische Veranstaltungen verwöhnt, fühlt sich jeder Leser und Buchliebhaber wie in einem Paradies.

Rainer Moritz porträtiert mit Feingefühl und grosser Neugierde die zwanzig schönsten Buchhandlungen Europas. Er zeigt uns die Besonderheiten, die buchhändlerischen Schwerpunkte und die ganz persönlichen Geschichten der Besitzer und Geschäftsführer dieser Häuser:

“Buchhandlung Felix Jud” ist allein schon für ihren Standort zu beneiden. Sie liegt im nobelsten Einkaufsviertel von Hamburg, in einer der schönsten Passagen – die Mellin-Passage – direkt in der Nähe vom Jungfernstieg. Doch wenn man diese Buchhandlung entdeckt, vergisst man selbst die schönsten Juweliere und Boutiquen, und lässt sich bereits von den mit feinster Literatur gestalteten Schaufenstern anziehen. Spätestens beim Betreten der Buchhandlung spürt man die besondere Atmosphäre, das stilvolle Mobiliar – hauptsächtlich Kirschholz – und den Anspruch für gute Literatur.

“Librairie Galignani” liegt im 1. Arrondissement von Paris, in der noblen und sehr bekannten Strasse – Rue de Rivoli. Genau gegenüber befindet sich der Jardin des Tuileries, daneben eines der teuersten und schönsten Hotels von Paris – Le Meurice – und das berühmte Café “Angelina”, das bereits Marcel Proust regelmässig besuchte. Galignani war und ist die erste englische Buchhandlung, die jemals auf europäischen Festland eröffnet wurde. Inzwischen gehört sie nicht nur zu den grössten englischen Buchhandlungen in Paris, sondern ist vor allem auch für ihre grosse Titelauswahl im Bereich Kunst, Mode, Fotographie, Design und Film sehr bekannt. Deshalb braucht man sich auch nicht zu wundern, wenn man beim Schmökern berühmte Schauspieler und Modeleute trifft. Doch das Beste ist der perfekte Kundenservice, der sich durch besondere Kompetenz und ungewöhnliche Bibliographiermethoden auszeichnet.

Neben diesen zwei Beispielen entdecken wir unter anderem noch Buchhandlungen aus Berlin “Bücherbogen am Savignyplatz” – die bekannt ist für ihren ungewöhnlichen Standort -, aus Brüssel “Tropismes” - deren Name eine Hommage an Nathalie Sarraute ist – und aus Maastricht “Selexyz Dominicanen” – die in einer der ältesten gotischen Dominikanerkirchen Hollands eingerichtet wurde -. Desweiteren finden Sie auch Buchhandlungen aus Österreich, der Schweiz, Portugal, England und Italien.

Dieser Bildband dient nicht nur zur Vor- bzw. Nachbereitung einer Reise, er ist wie eine Reise! Selbst dann, wenn man nur zu Hause gemütlich auf seinem Canapé verweilt. Rainer Moritz erzählt wunderbare Geschichten zu jeder Buchhandlung. Sie sind offen, persönlich und äusserst spannend. Sie geben aber auch Einblicke, die unverwechselbar und einmalig sind. Die faszinierenden Bilder und Momentaufnahmen der beiden Starfotografen Reto Guntli und Agi Simoes lassen den Leser vor Ehrfurcht erstarren und gleichzeitig ein euphorisches “Oh” und “Ah” rufen. Kunstvoll wurde mit diesen starken und klaren Photographien und den einfühlsamen Porträts einer der schönsten Bildbände aus der Welt der Bücher gestaltet.

“Die schönsten Buchhandlungen Europas” laden Sie ein auf eine Reise, ganz ohne Ticket und ohne Gepäck! Vertrauen Sie Ihren Augen, geniessen Sie die Texte und Bilder. Sie werden mit unvergesslichen Eindrücken und einer unendlichen Lust auf Bücher und Lesen zurückkehren!

Durchgelesen – “Die Überlebensbibliothek” v. Rainer Moritz

Rainer Moritz – Leiter des Hamburger Literaturhauses und Vorstandsmitglied der Marcel Proust Gesellschaft – schreibt in seinem wunderbaren Werk, wie viele Romane die Macht haben, uns und unser Leben zu verändern. Romane sind unsere Freunde, unsere Seelentröster, zum Teil unsere Therapeuten.

In verschieden kleinen Lebens-Kapiteln zeigt uns Rainer Moritz, die dazu passende Lektüre. Im Bereich “Mit sich selbst klar kommen”, sollte beispielsweise wer sich selbst unterschätzt, “Das hässliche Entlein” von Hans Christian Andersen lesen; oder im Kapitel: “Mit Schwächen und Lastern leben”, sollte man sich bei Eifersucht mit Marcel Proust, “Eine Liebe von Swann” beschäftigen. Oder im Kapitel: “Mit anderen Menschen zurechtkommen (oder auch nicht)”, wäre es für denjenigen, der beabsichtigt mit seiner Mutter dauerhaft zusammenzuleben, sinnvoll “Die Klavierspielerin” von Elfriede Jelinek zu lesen.

Kurzum für jede Befindlichkeit, für jeden Seelenzustand, für jede Lebensveränderung, findet Rainer Moritz, das passende Buch, denn er ist der Überzeugung, dass Bücher wahre Hilfe leisten.

“Die Überlebensbibliothek ist ein Plädoyer für die Macht der Lektüre” bestägtigt er selbst.

Es ist wie ein kleines Lebenshilfe-Handbuch, das Leben und Literatur auf sehr mutige und angenehme Weise verbindet. Es liest sich wie der literarische Beipackzettel und kann ohne Einnahme der Tabletten gleich als Therapie verwendet werden. Und es hilft dem Leser, bekannte und weniger bekannte Literatur wieder neu zu entdecken.

Durchgelesen – “Madame Cottard und eine Ahnung von Liebe” v. Rainer Moritz

Rainer Moritz hat mit seinem Roman “Madame Cottard und eine Ahnung von Liebe” eine wundervolle, romantische, aber gleichzeitig kitschlose Liebesgeschichte geschrieben, die im Pariser Montmartre-Viertel spielt.

Es geht um Nathalie Cottard, eine Buchhändlerin, die in ihrem kleinen Appartement in der Nähe von Sacré-Coeur von einem Wasserschaden überrascht wird. Das Appartement wird dadurch total unbewohnbar für die nächste Zeit. Doch überraschenderweise bekommt sie Hilfe von ihrem eher sehr zurückhaltenden deutschen Nachbarn Robert Bernthaler. Er vertreibt für eine süddeutsche Firma Flaschenkorken in Frankreich. Die Beiden kommen sich trotz ihres Arbeitsalltags und ihrer Probleme mit der Renovierung ihrer Wohnung immer näher. Sie zeigt ihm ihre Lieblingsplätze und sie verbringen ein schöne Zeit zusammen. Ja und vielleicht entwickelt sich eine richtige Liebesgeschichte daraus?

Doch das wird nicht verraten… Es ist ein Roman voller Charme und Pariser Atmosphäre, jedoch nicht sentimental oder schnulzig. Ganz im Gegenteil, es ist eine Geschichte voller Leichtigkeit, Raffinesse und Vergnügen.