Dieses schmale Buch (120 Seiten) gibt dem “Badezimmer” eine ganz neue Bedeutung:
Es geht um einen jungen Mann zwischen 27 und 29 Jahre alt – dem Ich-Erzähler- , der beschliesst, sein Leben in der Badewanne zu verbringen. Dabei möchte er hauptsächlich über sein Dasein nachdenken, lesen und sich von dem Alltag etwas zurückzuziehen. Er lebt mit seiner Lebensgefährtin Edmondsson zusammen, die für den Unterhalt sorgt und in einer Kunstgalerie arbeitet. Er versucht, sein Leben von der Badewanne aus zu organisieren, wie zum Bespiel zwei Polen, die die Küche streichen sollen. Doch letztendlich beschliesst er, doch wieder aus der Badewanne auszusteigen und reist nach Venedig:
“Auf dem Rand der Badewanne sitzend, erklärte ich Edmondsson, es sei möglicherweise nicht sehr gesund, im Alter von siebenundzwanzig, bald neunundzwanzig Jahren, mehr oder weniger zurückgezogen in einer Badewanne zu leben. Ich müsste das Wagnis eingehen, sagte ich mit gesenktem Blick und streichelte dabei über das Email der Badewanne, das Wagnis, die Seelenruhe meines abstrakten Lebens aufs Spiel zu setzen, um. Ich beendete meinen Satz nicht. Am folgenden Tag verliess ich das Badezimmer.”
Diese Reise nach Venedig verläuft ganz anders als geplant. Mehr verrate ich nicht, ausser, dass die Badewanne noch eine grosse Rolle spielen wird.
Der Roman ist nicht in Kapiteln eingeteilt, sondern in 50 mehr oder weniger kleine Paragraphen. Er ist leicht, ironisch, amüsant, komplex und fesselnd. Man erinnert sich an Musil, Kafka und Beckett. Es ist anspruchsvolle Literatur voller Lakonie und Ironie. Die Sprache ist teilweise minimalistisch, aber trotzdem intensiv. Ein Buch, das versucht die unausweichlichen Fragen nach dem Lebenssinn und dem Glück zu beantworten.